Seit dem 27. Oktober stehen in ChatGPT zwei neue Plugins bereit: iCloud Mail und iCloud Kalender. Nach der Verbindung sucht ChatGPT Mails in deinem iCloud-Postfach, gibt dir einen Überblick über den Posteingang, zeigt deine nächsten Termine an und ändert bestehende Kalendereinträge. Die Versionshinweise von OpenAI nennen alle ChatGPT-Tarife, auch den kostenlosen, und drei Plattformen: Web, Desktop-App und iOS.
Eine Ausnahme für Deutschland oder die EU macht OpenAI nicht. Die Hilfeseite schränkt allerdings allgemein ein, dass Tarif, Region und Konto über die Freischaltung entscheiden. Ob die beiden Plugins bei dir schon auftauchen, siehst du in den ChatGPT-Einstellungen unter Plugins.
Wie verbindest du iCloud mit ChatGPT?
Statt einer Anmeldeseite von Apple erwartet dich ein Formular mit Adresse und Passwort. Apple verlangt für fremde Apps ein App-spezifisches Passwort. Dein normales Apple-Passwort gehört deshalb weder in dieses Formular noch ins Chatfenster.
- Prüf zuerst, ob dein Apple Account mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt ist. Ohne diesen Schutz erstellt Apple keine App-spezifischen Passwörter.
- Auf account.apple.com legst du im Bereich „Anmelden und Sicherheit“ unter „App-spezifische Passwörter“ ein neues Passwort an, so wie in der Anleitung von Apple beschrieben.
- In den ChatGPT-Einstellungen wählst du unter Plugins iCloud Mail oder iCloud Kalender aus und startest die Verbindung.
- Für Mail gibst du deine Adresse mit @icloud.com, @me.com oder @mac.com ein, für den Kalender die Haupt-E-Mail-Adresse deines Apple Accounts. Beide Adressen können sich unterscheiden.
Mail und Kalender verbindest du getrennt; ein Plugin schaltet das andere nicht frei. Beide Plugins lesen deine Kontakte, ändern dein Adressbuch aber nicht. Eigene Plugins für Kontakte und Erinnerungen sind zum Start nicht dabei, wie OpenAI auf der Hilfeseite zu verbundenen Konten schreibt.
Was passiert mit deinen Mails?
OpenAI nennt vier Aufgaben: Mails finden, den Posteingang durchgehen, Termine anzeigen und Termine ändern. Mails verschicken oder löschen erwähnt OpenAI nicht.
Nutzt du ChatGPT Free, Go, Plus oder Pro, darf OpenAI Inhalte aus verbundenen Apps zum Training der Modelle verwenden, solange die Einstellung zur Modellverbesserung eingeschaltet ist. Bei Business-, Enterprise- und Edu-Konten verwendet OpenAI diese Inhalte standardmäßig nicht. Mit eingeschalteter Memory-Funktion kann ChatGPT außerdem Details aus abgerufenen Mails speichern. Kundenpost von Selbstständigen kann so im Trainingsmaterial oder im Speicher der Memory-Funktion landen.
Was unterscheidet iCloud von Gmail und Outlook?
Für Google- und Microsoft-Konten bietet ChatGPT solche Verbindungen schon an; den Zugriff gibst du dort auf der Anmeldeseite des Anbieters frei. Mit iCloud kommt jetzt der Apple-Dienst hinzu, vorerst ohne Android-App: OpenAI nennt nur Web, Desktop und iOS.
Trennst du die Verbindung in ChatGPT, bleibt das App-spezifische Passwort bei Apple gültig, bis du das Passwort dort selbst widerrufst. Änderst du umgekehrt dein Apple-Passwort, widerruft Apple automatisch alle App-spezifischen Passwörter, und beide Plugins brauchen ein neues.
Was das für dich bedeutet
Leg am besten für jedes Plugin ein eigenes Passwort mit klarer Bezeichnung an, etwa „ChatGPT Mail“ und „ChatGPT Kalender“. Apple erlaubt bis zu 25 aktive App-spezifische Passwörter. Mit getrennten Passwörtern widerrufst du später gezielt eine Verbindung, ohne andere Apps abzumelden.
Bevor du ein Postfach mit Kundenmails verbindest, wirf einen Blick in die Datenschutz-Einstellungen von ChatGPT. Soll keine Kundenpost ins Training einfließen, schaltest du die Modellverbesserung aus. Die Memory-Funktion lässt sich ebenfalls abschalten.
Wie du Prompts für Suchaufträge wie „Zeig mir alle Rechnungen aus dem Oktober“ genau formulierst, übst du in der ChatGPT-Masterclass auf TutKit.
OpenAI hat die Plugins am 27. Oktober 2026 vorgestellt.
Quellen