Für Kanäle, denen wegen bestimmter Verstöße gegen die Spam-Richtlinie die sofortige Schließung droht, testet YouTube einen Ausweg. Statt den Kanal zu entfernen, sperrt YouTube ihn für 30 Tage und gibt dir Gelegenheit, die beanstandeten Inhalte zu bearbeiten oder zu löschen. Vorgestellt hat das YouTube-Team den Test im Sammelbeitrag zu laufenden Experimenten der YouTube-Hilfe-Community.
Bisher zählt Spam zu den Verstößen, bei denen YouTube einen Kanal schon beim ersten Mal ohne Warnung schließen kann. Die Hilfeseite zur Schließung von Kanälen nennt die Verbreitung von Spam ausdrücklich als Verstoß, der schon bei einem einzigen Fall zur Schließung führen kann.
Wie kommst du aus der Sperre wieder heraus?
Gerät ein Kanal in den Test, benachrichtigt YouTube den Inhaber per E-Mail und in YouTube Studio am Computer. Während der Sperre lädst du keine Videos hoch und schreibst keine Kommentare. Für die Bereinigung bietet YouTube drei Wege an.
Raus aus der Spam-Sperre: drei Wege
Test von YouTube für ausgewählte Kanäle, angekündigt am 29. Oktober 2026
Was trifft auf deinen Kanal zu?
- Einzelne Videos verstoßen gegen die RegelnVideos in YouTube Studio bearbeiten oder löschen
- Du willst mit leerem Kanal neu anfangenAlle Videos löschen, Abonnenten und Handle bleiben
- Du hältst die Sperre für falschEinspruch einlegen
Ohne Bereinigung binnen 30 Tagen schließt YouTube den Kanal. Länder und Kriterien für den Test nennt YouTube nicht.
Quellen: YouTube-Hilfe-Community, YouTube-Hilfe
Einzelne Videos bearbeitest oder löschst du mit den Werkzeugen von YouTube Studio, etwa dem Video-Editor. Löschst du alle Videos, entsperrt YouTube den Kanal sofort. Einspruch legst du ein, falls du die Sperre für einen Fehler hältst und dein Kanal die Regeln einhält.
Nach der Bereinigung folgt eine Prüfung, und sobald die beanstandeten Inhalte verschwunden sind, wird der Kanal entsperrt. Besteht der Kanal die Prüfung nicht, bleibt innerhalb der 30 Tage noch der Weg, alle Videos zu löschen und mit leerem Kanal neu anzufangen. Abonnenten, Handle und der Status im YouTube-Partnerprogramm bleiben dann erhalten. Ohne Bereinigung binnen 30 Tagen wird der Kanal geschlossen.
Für welche Kanäle gilt der Test, auch in Deutschland?
YouTube spricht von einem Experiment für Kanäle, die dafür infrage kommen, und nennt weder Länder noch Kriterien. Ob deutsche Kanäle schon dazugehören, ist offen. Die Ankündigung bezieht sich zudem nur auf bestimmte Spam-Verstöße. Unverändert bleibt das Stufensystem aus Warnung und Verwarnungen: Nach drei Verwarnungen innerhalb von 90 Tagen kann YouTube einen Kanal schließen.
Die Spam-Richtlinie fasst den Begriff weit und nennt unter anderem Kommentar-Spam, Abo-Tauschaktionen wie Sub4Sub und fremde Clips ohne eigene Einordnung. Ebenso verboten sind fließbandartig mit KI erzeugte Videos mit nur minimalen Änderungen sowie Titel und Thumbnails, die bewusst mehr versprechen, als das Video hält. Der Punkt zur KI-Massenproduktion kann auch Kanäle treffen, die mit Vorlagen und KI in Serie produzieren, ohne jemanden täuschen zu wollen.
Eine Schließung kostet mehr als die beanstandeten Videos: Danach lassen sich die YouTube-Inhalte eines Kanals nicht mehr herunterladen, nur die übrigen Google-Daten. Im Test behält ein bereinigter Kanal dagegen seine Abonnenten.
Was das für dich bedeutet
Geh deinen Kanal am besten jetzt anhand der Spam-Richtlinie durch. Achte vor allem auf wiederverwendete fremde Clips, Serien aus gleichen KI-Bildern mit vorgelesenem Skript und Thumbnails, die mehr zeigen als das Video. Welche Regeln viele Creator übersehen, erklärt die Lektion zu wichtigen YouTube-Richtlinien aus dem YouTube-Marketing-Kurs.
Prüf außerdem, ob die E-Mail-Adresse deines Kanals aktuell ist und du dort regelmäßig nachsiehst. Die Frist beträgt nur 30 Tage, und die Nachricht kommt per E-Mail und in YouTube Studio am Computer.
Sichere deine Originaldateien am besten zusätzlich außerhalb von YouTube. Gegen eine Schließung legst du bis zu ein Jahr danach Einspruch ein, höchstens zweimal innerhalb eines Jahres.
Das YouTube-Team hat den Test am 29. Oktober 2026 in der YouTube-Hilfe-Community angekündigt.
Quellen