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Cursor verteilte elf Stunden lang eine Claude-Code-Erweiterung mit Hintertür

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was hat die manipulierte Erweiterung getan?
  2. Wie prüfst du, ob dein Rechner betroffen ist?
  3. Was das für dich bedeutet
  4. Quellen

Der Code-Editor Cursor lieferte am 29. Oktober 2026 gut elf Stunden lang eine manipulierte Fassung der Erweiterung Claude Code aus. Die Versionen 2.1.312 und 2.1.313 für macOS und Windows stammten nicht von Anthropic und versuchten, auf dem Rechner eine dauerhafte Hintertür über SSH einzurichten. Der Sicherheitshinweis von Cursor nennt 2:27 bis 13:35 Uhr Ortszeit an der US-Westküste, in Deutschland also 10:27 bis 21:35 Uhr. Wie The Decoder unter Berufung auf Reuters berichtet, spricht Cursor von bis zu 5.000 betroffenen Nutzern.

Was hat die manipulierte Erweiterung getan?

Der Schadcode schickte zuerst Angaben über den Rechner an einen Server der Angreifer: Rechnername, Benutzername, Betriebssystem, öffentliche IP-Adresse, die in Git hinterlegte E-Mail-Adresse und die Namen der Umgebungsvariablen, nicht deren Inhalt. Anschließend trug das Programm einen fremden SSH-Schlüssel mit der Kennung svc-telemetry in die Datei authorized_keys ein. Ein Autostart-Eintrag auf dem Mac, ein sogenannter Launch Agent, oder eine geplante Aufgabe unter Windows sollte danach etwa jede Minute einen Tunnel zum Angreifer aufbauen.

Ganz aufgegangen ist der Angriff auf den meisten Rechnern nicht. Den SSH-Dienst kann der Schadcode nur mit Administratorrechten einschalten, und mit solchen Rechten startet Cursor normalerweise nicht. Den Server der Angreifer hat Cursor mit dem Hoster inzwischen abschalten lassen. Schlüssel und Autostart-Eintrag landeten trotzdem auf dem Rechner, und die gesammelten Angaben gingen an die Angreifer, solange deren Server lief. Deshalb rät Cursor in jedem Fall zur Bereinigung.

Wie prüfst du, ob dein Rechner betroffen ist?

Betroffen bist du nur, sofern drei Dinge zusammenkommen: Du arbeitest mit Cursor unter macOS oder Windows, hast Claude Code am 29. Oktober aus dem Marktplatz von Cursor installiert oder aktualisiert und dabei Version 2.1.312 oder 2.1.313 bekommen. Für andere Versionen und für die offizielle Verteilung durch Anthropic hat Cursor keine Hinweise auf eine Manipulation gefunden. Anthropic selbst veröffentlicht die Erweiterung im Visual Studio Marketplace und in der Open VSX Registry.

Musst du deinen Rechner bereinigen?
Claude Code aus dem Marktplatz von Cursor, Stand des Sicherheitshinweises vom 30. Oktober 2026
Was trifft auf deinen Rechner zu?
  • Andere Version oder Installation aus dem Visual Studio MarketplaceKein Hinweis auf Manipulation
  • Version 2.1.312 oder 2.1.313 aus Cursor, Mac oder WindowsNach dem Schlüssel svc-telemetry suchen
  • Schlüssel svc-telemetry gefundenBereinigen und Zugangsdaten erneuern
Deinstallieren allein reicht nicht, der Schadcode hinterlegt eigene Startskripte
Quellen: Cursor Blog, Claude Code Docs

Die Versionsnummer in der Erweiterungsansicht von Cursor hilft dabei wenig. Cursor hat die manipulierten Fassungen zwar entfernt, ein Update oder eine Deinstallation tauscht aber nur die Erweiterung aus; die Skripte des Schadcodes außerhalb von Cursor laufen weiter. Zuverlässiger ist die Suche nach dem fremden Schlüssel. Auf dem Mac gibst du dafür im Terminal grep svc-telemetry ~/.ssh/authorized_keys ein. Erscheint eine Zeile, ist dein Rechner betroffen. Unter Windows stellt Cursor einen PowerShell-Befehl bereit, der zusätzlich die Datei administrators_authorized_keys im Ordner C:\ProgramData\ssh durchsucht.

Was das für dich bedeutet

Hast du am 29. Oktober mit Cursor und Claude Code gearbeitet, führ die Suche am besten heute noch aus. Taucht der Schlüssel auf, lädst du das Bereinigungsskript von Cursor herunter. Auf dem Mac startest du das Skript als normaler Benutzer, unter Windows in einer PowerShell mit Administratorrechten. Entfernt werden Erweiterung, Autostart-Eintrag, Tunnel und Schlüssel; bleibt etwas zurück, endet der Lauf mit einem Fehlercode.

Danach erneuerst du von einem anderen Gerät aus alle Zugangsdaten, die auf dem Rechner lagen: Tokens für GitHub, API-Schlüssel für KI-Dienste, Passwörter in Konfigurationsdateien. Die Angreifer haben zwar nur die Namen der Umgebungsvariablen abgegriffen, über die Hintertür wäre später aber mehr möglich gewesen. Wie du API-Schlüssel sicher ablegst, zeigt die Lektion Sicherheit und Datenschutz mit API-Keys und Cloud-Speicher.

Arbeitest du im Team, sag allen Bescheid, die Cursor nutzen, und tausch gemeinsam genutzte Zugänge aus; Hinweise dazu stehen in unserem Beitrag zu Zugangsdaten im Team. Erweiterungen im Editor laufen mit deinen Benutzerrechten, und in der Dokumentation zu Claude Code stellt Anthropic klar, dass der Hersteller die Marktplätze für Erweiterungen weder pflegt noch prüft.

Cursor hat den Sicherheitshinweis am 29. Oktober 2026 veröffentlicht und am 30. Oktober 2026 ergänzt.

Quellen

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