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Kameramann Steve Yedlin bringt seinen Knives-Out-Look als App aufs iPhone

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Zum Inhaltsverzeichnis
Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was macht Chromagraph anders als die Kamera-App von Apple?
  2. Auf welchen iPhones läuft Chromagraph, und was kostet die App?
  3. Wie unterscheidet sich Chromagraph von Halide?
  4. Was das für dich bedeutet
  5. Quellen

Steve Yedlin, Kameramann der Knives-Out-Filme von Rian Johnson, hat zusammen mit dem Entwickler Eric Cameron eine eigene Kamera-App fürs iPhone gebaut. Chromagraph Camera ersetzt die Bildverarbeitung des iPhones durch die Farbgebung und das Filmkorn, die Yedlin für Johnsons Filme verwendet.

Johnson und Yedlin haben die App am 28. Oktober auf X vorgestellt. Im App Store steht Chromagraph schon seit dem 20. Oktober, auch in Deutschland.

Was macht Chromagraph anders als die Kamera-App von Apple?

Apples Kamera-App schärft Fotos nach, gleicht Lichter und Schatten automatisch aus und filtert Bildrauschen digital heraus. Das US-Filmportal No Film School sieht darin den Grund für den typisch digitalen Eindruck vieler Handyfotos. Chromagraph überspringt diese Schritte und wendet stattdessen Yedlins Farbtransformationen auf die Sensordaten an. Der Bildstil entsteht damit schon beim Entwickeln der Rohdaten und liegt nicht als Filter über einem fertigen iPhone-Foto.

Beim Fotografieren erinnert die App an eine Filmkamera: Im Sucher richtest du das Bild nur aus, den fertigen Look siehst du erst nach der Aufnahme in der Galerie der App. Dort regelst du Farbe, Belichtung, Körnung und Halation nach. Halation heißt der leuchtende Saum um helle Bildstellen, den analoger Film erzeugt. Die Rohdateien speichert Chromagraph in voller Qualität; in die Fotomediathek exportierst du kleinere Dateien als JPEG oder HEIC, auf Wunsch automatisch nach jeder Aufnahme.

Auf welchen iPhones läuft Chromagraph, und was kostet die App?

Chromagraph setzt iOS 17 voraus und läuft damit auf dem iPhone XR, dem iPhone XS und allen neueren Modellen. Seit Version 1.1.3 vom 23. Oktober unterstützt die App auch das faltbare iPhone Duo. Du bezahlst die App einmalig beim Kauf; Abo oder In-App-Käufe weist der App Store nicht aus. Laut den Datenschutzangaben dort erfasst Chromatic Applications, die Firma hinter der App, keine Daten.

Aufnehmen lassen sich nur Fotos. Video stellt Johnson laut No Film School für später in Aussicht, dann vermutlich nur für die neuesten Pro-Modelle. Eine Android-Fassung ist nicht angekündigt; Johnson begründet das mit der einheitlichen Hardware der iPhones, die ein kleines Team abdecken kann. Am 29. Oktober stand Chromagraph im deutschen App Store auf Platz 1 der Kategorie Foto und Video, Bewertungen zeigte der Store noch keine.

Wie unterscheidet sich Chromagraph von Halide?

Auch mit der Kamera-App Halide Mark III schaltest du die Bildverarbeitung des iPhones ab: Der Modus Process Zero verzichtet auf KI und rechnergestützte Bildoptimierung, dazu kommen Filmlooks des Coloristen Cullen Kelly und manuelle Werkzeuge wie Fokus-Peaking. Chromagraph beschränkt sich auf einen einzigen Look mit wenigen Reglern.

Chromagraph CameraHalide Mark III
Bezahlungeinmaliger Kaufkostenloser Download mit In-App-Käufen
Sprache der OberflächeEnglischDeutsch und zehn weitere Sprachen
Bildstilein Look von Steve Yedlin, Regler für Farbe, Belichtung, Körnung und HalationProcess Zero und Looks von Cullen Kelly

Was das für dich bedeutet

Fotografierst du viel mit dem iPhone und stört dich der glatte, stark geschärfte Eindruck, lohnt sich ein Test mit Motiven, die du gut kennst: Gegenlicht, Abendstimmung, Hauttöne. Weil der Look erst nach der Aufnahme erscheint, fotografierst du am besten einige Szenen parallel mit der normalen Kamera-App und vergleichst danach. No Film School empfiehlt Chromagraph vor allem für Referenzfotos und die Suche nach Drehorten, weil die Bilder zeigen, wie ein Ort mit der Farbverarbeitung eines Kinofilms wirkt.

Bearbeitest du deine Handyfotos ohnehin in Lightroom oder einer anderen App, prüf vor dem Kauf am besten, ob dir der feste Bildstil genügt. Laut App-Store-Beschreibung gibt Chromagraph fertig entwickelte JPEG- oder HEIC-Dateien an die Fotomediathek weiter; einen Export der Rohdateien erwähnt Chromatic Applications nicht. Wie du Handyfotos gezielt in Apps nachbearbeitest, zeigt der Kurs zur Smartphone-Fotografie.

Rian Johnson und Steve Yedlin haben Chromagraph Camera am 28. Oktober 2026 auf X vorgestellt.

Quellen

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