An weiterführenden Schulen lassen 20 Prozent der Lehrkräfte Aufgaben und Prüfungen inzwischen von KI mitkontrollieren. 7 Prozent haben nach eigenen Angaben schon eine Note per KI vergeben, ohne das Ergebnis zu prüfen. Die Zahlen stammen aus einer repräsentativen Telefonumfrage des Digitalverbands Bitkom unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II, durchgeführt zwischen Ende Mai und Ende Juni 2026.
Was zeigt die Bitkom-Umfrage noch?
Insgesamt setzen 58 Prozent der Befragten KI für schulische Zwecke ein. Die Hälfte wünscht sich Anwendungen, die Routinearbeit abnehmen. Gleichzeitig fühlen sich 51 Prozent von der Technik überfordert, und nur 57 Prozent berichten von klaren Regeln für den KI-Einsatz an ihrer Schule.
KI im Lehrerzimmer in Zahlen
Telefonumfrage des Bitkom unter 501 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II, Ende Mai bis Ende Juni 2026
- 58 %nutzen KI für schulische Zwecke
- 20 %lassen Aufgaben und Prüfungen von KI mitkontrollieren
- 7 %haben schon ohne Prüfung per KI benotet
- 51 %fühlen sich von KI überfordert
Selbstauskünfte der Befragten
Quelle: Bitkom
Die KI-Nutzung ihrer Schülerinnen und Schüler halten 70 Prozent der Lehrkräfte für kaum kontrollierbar. 12 Prozent erlauben KI bewusst auch in Prüfungen. Eine Pflicht, KI-Hilfe bei schulischen Aufgaben zu kennzeichnen, befürworten 92 Prozent.
Darf eine KI Noten vergeben?
Nein, die abschließende Bewertung bleibt nach dem Willen der Länder den Prüfenden vorbehalten. Die Bildungsministerkonferenz hat am 10. Oktober 2024 eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI an Schulen beschlossen. Darin steht, dass die Leistungsbewertung eine pädagogische und hoheitliche Aufgabe ist, die nur Lehrkräfte erfüllen können. Aus Artikel 22 der Datenschutz-Grundverordnung leiten die Bildungsminister zudem ab, dass bei Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung immer ein Mensch das letzte Wort haben muss.
Als Hilfe sieht das Papier KI ausdrücklich vor: für eine Vorkorrektur, als Korrekturassistenz und für schnelleres, genaueres Feedback an die Lernenden. Als Risiken nennt die Empfehlung Datenschutz, fehlende Nachvollziehbarkeit und die Gefahr von Diskriminierung. Verbindliche Regeln für den Einsatz als Entscheidungshilfe sollen die Länder erlassen. Eine ungeprüft übernommene KI-Note ist mit keiner dieser Vorgaben vereinbar.
Was das für dich bedeutet
Nutzt du KI beim Korrigieren, behandle jede Bewertung des Modells am besten als Entwurf. Lies die Arbeit selbst und prüf die Begründung, bevor du die Note festsetzt.
Klassenarbeiten enthalten personenbezogene Daten deiner Schülerinnen und Schüler. Bevor du Texte in ein privates Chatbot-Konto kopierst, frag am besten im Schulportal oder bei der Schulleitung nach, welches Werkzeug dein Land freigegeben hat. Mehrere Länder setzen auf telli, einen KI-Chatbot, den das Medieninstitut FWU im Auftrag aller 16 Länder entwickelt hat; Thüringen hat ihn im April 2026 eingeführt. Angemeldet wird über den Dienst VIDIS, die Sprachmodelle laufen auf Servern in der EU. Das FWU sichert zu, dass Eingaben weder an Dritte gehen noch ins Training einfließen.
Für deine Klassen lohnt eine feste Absprache, wann KI erlaubt ist und wie die Schülerinnen und Schüler ihre KI-Hilfe kennzeichnen. Jugendliche wünschen sich laut einer Studie ohnehin, dass der Umgang mit KI fester Teil des Unterrichts wird.
Was KI überhaupt ist und wie ChatGPT arbeitet, erklärt die ChatGPT-Masterclass auf TutKit gleich in den ersten Lektionen.
Bitkom hat die Umfrage am 27. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen