Eine fehlgeschlagene Zahlung, ein Sicherheitsupdate, eine Frage aus dem Team: Solche Meldungen gehen im WordPress-Dashboard heute oft zwischen Erinnerungen und Werbehinweisen unter. Jedes Plugin meldet sich auf seine eigene Art, und seine Hinweise schieben den Inhalt der Seite nach unten. Das Projekt Feature Notifications soll dafür einen gemeinsamen Ort schaffen. Wie dieser Ort aussehen könnte, zeigt ein Entwurf im Blog des Core-Teams vom 29. Oktober. Getestet hat der Autor das Konzept an allen Meldungen, die WooCommerce und WooPayments derzeit anzeigen.
Einen Termin für WordPress selbst nennt das Projekt nicht, nur einen für die erste Testversion als Plugin.
Wie sollen die Benachrichtigungen funktionieren?
Alle Meldungen der Website, ihrer Plugins und von WordPress.com sammeln sich unter einem Glockensymbol. Das Symbol steht nicht nur auf einzelnen Admin-Seiten wie die heutigen Hinweise, sondern auf jeder Seite des Admin-Bereichs, im Editor und auf der Website selbst. Jede Benachrichtigung zeigt beim Öffnen ihren Anlass, etwa eine Bestellung oder einen Beitrag, dazu den Absender und was als Nächstes zu tun ist.
So sollen Meldungen in WordPress ankommen
Entwurf aus dem WordPress-Projekt vom 29. Oktober 2026, noch nicht in WordPress enthalten
Heute
- Jedes Plugin meldet sich auf seine eigene Art
- Hinweise schieben die Seite nach unten
- Wichtiges geht zwischen Erinnerungen und Werbung unter
Im Entwurf
- Eine Glocke für Website, Plugins und WordPress.com
- Sichtbar im Admin-Bereich, im Editor und auf der Website
- Kritische Meldungen bleiben oben, bis jemand sie erledigt hat
- Tipps und Angebote mit einem einzigen Schalter abstellbar
Zweiter Prototyp; eine erste Testversion als Plugin ist für den 1. Dezember 2026 geplant
Quelle: Make WordPress Core
Für Ordnung sorgen feste Regeln. Plugins liefern nur Daten und wählen eines von vier Layouts: eine schlichte Standardmeldung, eine Meldung mit einer Karte zum Gegenstand, etwa einer Bestellung, eine Unterhaltung oder eine Gruppe mehrerer Meldungen. Die Stufen für die Dringlichkeit gibt WordPress vor, die Plugins wählen daraus: kritisch, Warnung oder Info. Kritische Meldungen bleiben oben stehen und färben den Zähler an der Glocke rot, bis jemand die Sache erledigt hat; bloßes Lesen reicht dafür nicht. Kritisches und Warnungen sammelt zusätzlich ein eigener Reiter mit Zähler.
Was kannst du selbst einstellen?
Einzelne Kanäle lassen sich stummschalten, im Entwurf etwa die Bestellungen von WooCommerce. Tipps und Angebote schaltest du mit einem einzigen Schalter ab. Eine kompakte Ansicht zeigt jede Meldung in nur einer Zeile, auf Websites mit vielen Meldungen passen so doppelt so viele auf einen Blick.
Offen ist unter anderem, wer entscheiden darf, welche Meldungen als kritisch gelten. Ebenso ungeklärt ist, wie die Einstellungen übersichtlich bleiben, sobald viele Plugins mehrere Arten von Meldungen schicken.
Wann kommt die Glocke in WordPress?
Zuerst erscheint Version 0.3.0 als Feature-Plugin, also als Erweiterung, mit der sich eine geplante Funktion des WordPress-Kerns vorab testen lässt. Laut dem Fahrplan, den Jonathan Bossenger am 10. Oktober veröffentlicht hat, soll 0.3.0 am 1. Dezember 2026 erscheinen, parallel zur letzten Testversion von WordPress 7.2. Das Plugin kommt zuerst auf GitHub und danach ins Plugin-Verzeichnis von WordPress.org, Voraussetzung sind WordPress 6.7 und PHP 8.1. Übersetzungen sollen im Paket enthalten sein. Den Entwurf mit der Glocke enthält 0.3.0 nur in Teilen.
Bestehende Plugins müssen nichts ändern. Admin-Hinweise funktionieren weiter, auch selbst gebaute, und WordPress entfernt keine Schnittstellen. Die Glocke nutzen können Plugins erst, sobald die Funktion im WordPress-Kern steckt.
Was das für dich bedeutet
Am Dashboard deiner Website ändert sich in den nächsten Wochen nichts. Mitreden kannst du trotzdem jetzt, solange der Entwurf noch offen ist:
- Schau dir am besten das siebenminütige Video und die Live-Demo an, die im Entwurf verlinkt sind. Rückmeldungen nimmt das Team in den Kommentaren unter dem Beitrag und im GitHub-Issue 655 entgegen.
- Betreust du Shops mit WooCommerce, lohnt der Blick auf die Frage, welche Meldungen als kritisch gelten dürfen. Nur kritische Meldungen bleiben oben stehen, bis jemand sie erledigt.
- Probier Version 0.3.0 ab Dezember gerne aus, aber auf einer Testkopie deiner Website und nicht auf deiner öffentlichen Website: Das Plugin ist eine Vorabversion.
Was Plugins in WordPress grundsätzlich leisten, erklärt die Lektion zu Plugins im WordPress-Einsteigerkurs.
Den Termin für 0.3.0 hat das Team an WordPress 7.2 gekoppelt, das am 8. Dezember erscheinen soll. Das Core-Team von WordPress hat den Entwurf am 29. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen