Vierzig Fotos aus dem letzten Shooting, sauber exportiert, wandern in die Mediathek, und nach dem zwölften Bild meldet WordPress einen HTTP-Fehler. Hinter solchen Abbrüchen kann eine Grenze des Servers stecken: Für die Bildverarbeitung fordert WordPress zusätzlichen Arbeitsspeicher an, und ob PHP ihn bekommt, entscheidet allein die Konfiguration beim Hoster.
Die Unterschiede zwischen zwei Tarifen stecken im Kleingedruckten: welche PHP-Version läuft, wie viel Speicher ein Upload bekommt, wer Sicherungen anlegt und ob du sie selbst zurückspielen kannst. Hier liest du, welche Eckdaten du vor der Buchung prüfst, welches Hosting-Modell zu deinem Projekt passt und wie du eine laufende Installation prüfst.
Was verlangt WordPress vom Server?
WordPress empfiehlt PHP ab Version 8.3, MariaDB ab Version 10.11 oder MySQL ab Version 8.0 und HTTPS. Außerdem braucht WordPress einen Webserver wie Apache oder Nginx mit dem Modul mod_rewrite für lesbare Adressen. Mehr nennt die offizielle Anforderungsseite von WordPress.org nicht, und das Projekt betont selbst, damit sei die Liste vollständig. Eine bestehende Seite stellst du seit WordPress 5.7 mit wenigen Klicks auf HTTPS um, sobald der Hoster HTTPS für die Domain eingerichtet hat.
Ältere Umgebungen mit PHP 7.4 und MySQL 5.5.5 bringen WordPress zwar noch zum Laufen. Beide Versionen haben aber ihr offizielles Lebensende erreicht, WordPress.org warnt vor den Sicherheitslücken.
Ein neues Projekt gehört auf so einen Server nicht.
Warum ist die PHP-Version so wichtig?
PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress läuft, und jede Version bekommt nur für eine begrenzte Zeit Sicherheitsupdates. Die Fristen veröffentlicht das PHP-Projekt: Für PHP 8.2 enden die Sicherheitsupdates am 31. Dezember 2026, also in gut zwei Monaten. Sicherheitskorrekturen für PHP 8.3 gibt es bis zum 31. Dezember 2027, für PHP 8.4 bis zum 31. Dezember 2028 und für die derzeit neueste Version PHP 8.5 bis zum 31. Dezember 2029.
Neue Funktionen und reguläre Fehlerbehebungen bekommt PHP 8.3 seit dem 31. Dezember 2025 nicht mehr. Das Hosting-Handbuch von WordPress rät Betreibern älterer Versionen deshalb, den Umstieg jetzt zu planen.
Wie lange PHP-Versionen sicher bleiben
Ende der Sicherheitsupdates nach Angaben des PHP-Projekts, Stand Oktober 2026
- 31. Dezember 2026PHP 8.2 bekommt die letzten Sicherheitsupdates
- 31. Dezember 2027PHP 8.3, die von WordPress empfohlene Mindestversion
- 31. Dezember 2028PHP 8.4
- 31. Dezember 2029PHP 8.5, die derzeit neueste Version
Quellen: PHP: Supported Versions, WordPress.org
Für deinen Tarif heißt das: Die PHP-Version sollte sich im Kundenmenü umschalten lassen, ohne Ticket und ohne Umzug. Neuere Versionen sind nach Angaben von WordPress außerdem auf mehr Leistung ausgelegt. Das eingebaute Werkzeug Website-Zustand stuft eine veraltete PHP-Version als kritisches Sicherheitsproblem ein und fordert zum Update auf.
Was braucht eine Website mit vielen Fotos?
Ein Portfolio, ein Fotoblog oder ein Shop mit Produktbildern belastet den Server vor allem beim Hochladen. Nach jedem Upload rechnet WordPress mehrere kleinere Fassungen des Bildes, seit Version 5.3 zusätzlich zwei hochauflösende Größen für Displays mit hoher Pixeldichte. Fotos, die an einer Kante mehr als 2560 Pixel messen, verkleinert WordPress auf diesen Wert und zeigt auf der Website nur die verkleinerte Datei. Die verkleinerte Fassung ist nach Angaben der WordPress-Entwickler bis zu zehnmal kleiner als das Original, das trotzdem im Upload-Ordner liegen bleibt.
Plan den Speicherplatz deshalb großzügig: Jedes Foto liegt mehrfach auf dem Server.
Für Bildbearbeitung, Verwaltung und geplante Aufgaben fordert WordPress bei Bedarf mehr Arbeitsspeicher für PHP an, doch ob der Server zustimmt, legt das Hosting fest.
Frag am besten vor der Buchung nach dem Speicherlimit für PHP und nach der maximalen Dateigröße beim Upload.
Die PHP-Erweiterung Imagick empfiehlt das Hosting-Handbuch von WordPress für eine bessere Bildqualität beim Hochladen und für Vorschaubilder von PDF-Dateien, sofern auf dem Server zusätzlich Ghostscript installiert ist. Ein Portfolio mit PDF-Mappen profitiert davon, verfügbar ist Imagick aber nicht bei jedem Anbieter.
Shared, Managed oder eigener Server: Was passt zu dir?
Beim Shared Hosting teilst du dir einen Server mit anderen Kunden und verwaltest WordPress selbst: Updates, Plugins und Sicherungen liegen bei dir. Managed WordPress-Hosting nimmt dir einen Teil dieser Pflege ab; welche Aufgaben genau, steht im Leistungsumfang des Tarifs. Ein eigener virtueller Server, kurz VPS, gibt dir die volle Kontrolle und damit auch die volle Verantwortung für Betriebssystem, Webserver und Sicherheit.
Vor der Buchung eines Shared-Hosting-Tarifs lohnt eine Frage, die WordPress.org selbst vorschlägt: Läuft PHP unter deinem eigenen Benutzerkonto oder unter einem Konto, das sich alle Kunden des Servers teilen? Die erste Variante ist nach Einschätzung des Projekts die sicherere.
Für ein Portfolio oder die Seite eines kleinen Studios genügt nach unserer Erfahrung ein Shared-Hosting-Tarif mit wählbarer PHP-Version.
Ein eigener Server lohnt sich erst, sobald du Dienste brauchst, die kein Tarif anbietet, und die Systempflege selbst übernehmen willst.
Welche Eckdaten prüfst du vor der Buchung?
Bevor du ein Hosting für die WordPress-Website buchst, gleich am besten die Tarifbeschreibung mit den Anforderungen von WordPress ab. PHP-Version, Datenbank und HTTPS gehören ins Datenblatt, und fehlt eine Angabe, fragst du vor dem Vertrag nach.
Das sollte dein Hosting mitbringen
Eckdaten für eine neue WordPress-Website, Stand Oktober 2026
- PHP 8.3 oder neuer, im Kundenmenü selbst umschaltbar
- MariaDB ab Version 10.11 oder MySQL ab Version 8.0
- HTTPS für deine Domain
- Sicherungen, die du selbst zurückspielen kannst
- Testumgebung für Updates
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO
- PHP 8.2 oder älter als Dauerlösung
Quellen: WordPress.org, PHP: Supported Versions, Art. 28 DSGVO
Frag bei den Sicherungen nach, wie oft der Anbieter sichert, wie lange er die Stände aufbewahrt und ob du eine einzelne Sicherung selbst zurückspielen kannst. Wie du WordPress zusätzlich auf eigene Faust sicherst, zeigt die Lektion zu Sicherheit und Backups.
Eine Sicherung, die du nie zurückgespielt hast, gleicht einem Ersatzschlüssel, den du nie ausprobiert hast: Ob er passt, merkst du erst vor verschlossener Tür.
Eine Testumgebung, im Fachjargon Staging, kopiert deine Website auf eine zweite Adresse. Dort spielst du Updates für Theme und Plugins zuerst ein, übernimmst sie aber erst, sobald nichts klemmt. Automatische Updates schaltest du seit WordPress 5.5 für jedes Plugin und jedes Theme einzeln ein; mit einer Testumgebung im Rücken fällt diese Entscheidung leichter. Wer gern selbst Hand anlegt, achtet zusätzlich auf einen SSH-Zugang und das Kommandozeilenwerkzeug WP-CLI.
Kontaktformulare, Kommentare und Bestellungen enthalten personenbezogene Daten, die der Hoster in deinem Auftrag speichert. Artikel 28 der DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, der Gegenstand, Dauer, Art und Zweck der Verarbeitung festlegt. Diesen Auftragsverarbeitungsvertrag schließt du mit dem Anbieter ab, bevor die Website online geht.
Für die Geschwindigkeit nennt das Google-Entwicklerportal web.dev einen Richtwert: Die Zeit bis zum ersten Byte vom Server, die Time to First Byte, liegt bei guten Seiten bei 0,8 Sekunden oder darunter, ab 1,8 Sekunden gilt sie als schlecht. Mit einer frischen Testinstallation misst du den Wert selbst in den Entwicklerwerkzeugen deines Browsers; wie du WordPress dafür aufsetzt, zeigt die Lektion WordPress installieren.
Spürbar schneller wird WordPress mit einem Objekt-Cache wie Redis oder Memcached. Das Hosting-Handbuch von WordPress führt beide als Erweiterungen auf, von denen eine genügt.
Wie prüfst du eine laufende WordPress-Installation?
Läuft deine Website schon, hilft ein Werkzeug, das in jeder Installation steckt: Unter Werkzeuge › Website-Zustand prüft WordPress die eigene Konfiguration und sortiert die Befunde nach kritischen Problemen, empfohlenen Verbesserungen und bestandenen Tests. Eine veraltete PHP-Version, nicht funktionierende Hintergrund-Updates und eine öffentlich sichtbare Fehlerausgabe landen dort unter den kritischen Problemen.
Im Reiter Info stehen die technischen Daten: PHP-Version, Datenbank, maximale Upload-Größe, die verwendete Bildbibliothek und ob die Seite HTTPS nutzt. Über die Exportfunktion kopierst du alle Angaben in die Zwischenablage und schickst sie bei Problemen direkt an den Support deines Hosters.
Was das für dich bedeutet
Für einen Neustart im Herbst 2026 würden wir keinen Tarif mehr buchen, der PHP 8.2 festschreibt oder die Version nicht umschalten lässt. Die Sicherheitsupdates enden in gut zwei Monaten, und der Wechsel fiele dann mitten in den Aufbau deiner Website. Drei Schritte bringen dich auf die sichere Seite:
- Prüf vor der Buchung im Datenblatt oder per Anfrage, ob PHP 8.3 oder neuer, MariaDB 10.11 oder MySQL 8.0 und HTTPS bereitstehen.
- Spiel in den ersten Wochen eine Sicherung testweise zurück, am besten in der Testumgebung.
- Öffne bei einer bestehenden Website einmal den Website-Zustand und arbeite die kritischen Punkte ab.
Steht der Server, beginnt die eigentliche Arbeit mit Theme, Seiten und Mediathek. Der Kurs WordPress für Anfänger begleitet dich von der Installation bis zur fertigen Website.