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Gemini 4 Carbon: Googles neues Spitzenmodell geht zuerst an Sicherheitsexperten

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was soll Carbon besser können als Argon?
  2. Wie schneidet Carbon bei unabhängigen Messungen ab?
  3. Was kostet Carbon?
  4. Was das für dich bedeutet
  5. Quellen

Google DeepMind gibt Gemini 4 Carbon zunächst nur an eine ausgewählte Gruppe von Fachleuten für Cyberabwehr frei, wie der Konzern im Google-Blog ankündigte. Weitere geprüfte Partner kommen schrittweise über das Fairwind-Programm hinzu, das sich an Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur, große Technologieplattformen und Forschungslabore richtet.

In der Gemini-App steht Carbon damit nirgends zur Auswahl, auch nicht in Deutschland. Entwickler, Unternehmen und Privatnutzer sollen das Modell laut Google so bald wie möglich bekommen; ein Datum nennt der Konzern nicht.

Was soll Carbon besser können als Argon?

Google beschreibt Carbon als Modell für lange, eigenständige Arbeitsaufträge, vor allem beim Programmieren. In Googles internen Tests arbeitete das Modell tagelang an einer Aufgabe weiter, auch nach Fehlversuchen. Bevor Carbon loslegt, zeigt das Modell laut Google Widersprüche zwischen den Quellen an, statt zu raten. Unbelegte Behauptungen kommen nach Googles Messung etwa halb so oft vor wie beim Vorgänger Gemini 4 Argon, den Google gut zwei Wochen zuvor vorgestellt hatte.

Der zweite Schwerpunkt liegt bei der IT-Sicherheit. Beim Aufspüren von Schwachstellen erreicht Carbon im Test SEC-bench Pro laut Google 88,2 Prozent, beim Schließen im CWE-bench 71,0 Prozent und beim Ausnutzen in ExploitGym 54,8 Prozent. Argon kam in ExploitGym nach Angaben von heise online auf 42 Prozent. Die gestaffelte Freigabe läuft im Rahmen eines freiwilligen Verfahrens, in dem die US-Regierung neue Modelle vor dem Start testet.

Wie schneidet Carbon bei unabhängigen Messungen ab?

Das Analyseunternehmen Artificial Analysis hat Carbon bereits getestet und führt das Modell in seinem Intelligence Index mit 59 Punkten auf Platz 1 von 52 Modellen. Der Median vergleichbarer Modelle liegt bei 42 Punkten.

Gemini 4 Carbon im Messtest
Unabhängige Werte von Artificial Analysis, Stand 29. Oktober 2026, dazu der API-Rabatt für wiederkehrende Eingaben laut Google
  • 59Punkte im Intelligence Index, Platz 1 von 52 Modellen
  • 3×so viele Ausgabe-Tokens wie der Median: 200 statt 64 Millionen
  • 100 sWartezeit bis zum ersten Token, beim Median 3,6 Sekunden
  • 95 %Rabatt auf Eingaben, die bei mehreren Anfragen gleich bleiben
Carbon ist noch nicht allgemein verfügbar, die Messwerte können sich bis zum breiten Start ändern
Quellen: Artificial Analysis, Google Blog

Für die Aufgaben des Index erzeugte Carbon 200 Millionen Ausgabe-Tokens, mehr als dreimal so viele wie der Median mit 64 Millionen. Bis das erste Token einer Antwort erschien, vergingen im Schnitt rund 100 Sekunden, der Median liegt bei 3,6 Sekunden. Zusammen mit dem regulären API-Preis, der doppelt so hoch liegt wie der Median, landet Carbon bei den Kosten je Index-Aufgabe nur auf Platz 45 von 51.

Was kostet Carbon?

Für die API übernimmt Google zum Start den Einführungspreis von Argon. Nach der Einführungsphase verdoppeln sich die Preise für Eingabe- und Ausgabe-Tokens; wie lange der günstigere Preis gilt, lässt Google offen. Eingaben, die bei mehreren Anfragen gleich bleiben und zwischengespeichert werden, kosten 95 Prozent weniger. Die API-Preise weist Google nur in Dollar aus.

In der Gemini-App bekommst du das bisherige Spitzenmodell Argon in den Tarifen Google AI Pro und Ultra; der Einstiegstarif AI Plus enthält Argon nicht. Welcher Tarif Carbon später enthält, ist noch offen.

Was das für dich bedeutet

Für deine Arbeit in der Gemini-App ändert sich vorerst nichts: Das stärkste Gemini-Modell, das du buchen kannst, bleibt Argon im Tarif Google AI Pro. Einen teureren Tarif wegen Carbon abzuschließen, lohnt sich deshalb noch nicht. Bei Argon lagen zwischen Vorstellung und Freigabe für zahlende Nutzer laut heise online rund zwei Wochen. Den Unterschied zwischen kostenlosem Gemini und Pro-Zugang zeigt die erste Lektion im Gemini-Crashkurs.

Planst du Carbon über die API für eigene Werkzeuge oder Kundenprojekte ein, kalkulierst du am besten mit dem Token-Verbrauch und nicht nur mit dem Preis je Million Tokens. Ein Modell, das mehr als dreimal so viel Text ausgibt, zehrt den Vorteil eines niedrigen Token-Preises schnell auf. Für ein Chatfenster mit schnellen Antworten passt eine Wartezeit von 100 Sekunden bis zum ersten Token schlecht.

Arbeitest du in einer Behörde oder bei einem Betreiber kritischer Infrastruktur, kann dein Team über das Formular auf der Fairwind-Seite Zugang beantragen. Eine Länderliste nennt Google nicht. Wie Sprachmodelle schon heute bei der Abwehr von Angriffen helfen, zeigt der Kurs GenAI für Cybersecurity.

Google hat Gemini 4 Carbon am 28. Oktober 2026 vorgestellt.

Quellen

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