Capture One hat die Version 16.9 seiner Fotosoftware für Mac und Windows veröffentlicht. Laut den Versionshinweisen kommen drei KI-Werkzeuge für Porträts hinzu: eines gegen abstehende Haarsträhnen, eines gegen Farbunterschiede auf der Haut und eines, das Hautpartien am ganzen Körper ausgleicht. Parallel erscheint Capture One mobile 4.2.0 für iPhone und iPad mit der Haar-Retusche.
Nach Angaben von Capture One rechnen die Modelle lokal auf deinem Gerät, die Bilder wandern dafür nicht in die Cloud. Deutsche Menünamen für die neuen Werkzeuge nennt der Hersteller noch nicht, die Versionshinweise erscheinen nur auf Englisch.
Wie funktioniert die Haar-Retusche?
Stray Hair Retouching, so der englische Name, kommt mit zwei Reglern aus. Outer hair entfernt oder dämpft Strähnen außerhalb der Frisur, auch solche, die ins Gesicht ragen. Inner hair reduziert abstehende Haare innerhalb der Frisur.
Sollen einzelne Strähnen bleiben oder erkennt das Modell etwas fälschlich als Haar, schützt du diese Stellen mit eigenen Schutzpinseln, wie bei der Pickelentfernung Blemish Removal. Die Retusche wirkt auf jede Person einzeln, deren Gesicht dafür im Bild zu sehen sein muss.
Was ändert sich bei Haut und Farbe?
- Skin Tone Retouching gleicht Farbstiche, verfärbte Hände und rote Nasen an einen Zielton an. Den Zielton schlägt Capture One selbst vor, per Pipette nimmst du einen anderen aus dem Bild. Temperatur, Tönung, Sättigung und Helligkeit stellst du getrennt für Gesicht, Körper oder alle Hautpartien ein.
- Body Skin Retouching überträgt den Hautausgleich Even Skin vom Gesicht auf den ganzen Körper. Ein Regler bestimmt, wie viel Hautstruktur erhalten bleibt.
- Im erweiterten Farbeditor (Advanced Color Editor) tippst du Zielfarben jetzt als RGB- oder HSL-Wert ein, etwa die Hausfarbe eines Kunden. Eine neue Pipette gleicht eine Farbe an ein Objekt im selben oder in einem zweiten Bild an.
- Die Rauschreduzierung Enhanced Denoise arbeitet laut Capture One bei Rohdateien von Kameras mit Bayer-Sensor rund 30 Prozent schneller.
Was gilt für Abos und Dauerlizenzen?
Abonnenten von Capture One Pro, All in One und Studio bekommen 16.9 ohne Aufpreis. Eine Dauerlizenz deckt dagegen nur die gekaufte Version samt Fehlerbehebungen ab, mit einer Lizenz für 16.8 lässt sich 16.9 also nicht freischalten.
Für den Umstieg staffelt Capture One die Rabatte nach dem Kaufdatum der alten Lizenz. Bei einem Kauf vor weniger als zwölf Monaten erhältst du 40 Prozent auf eine neue Dauerlizenz oder auf das erste Jahr im Jahresabo, nach 12 bis 24 Monaten noch 20 Prozent. Abonnenten sammeln je Abo-Jahr 20 Prozent Rabatt auf eine spätere Dauerlizenz.
Voraussetzung sind macOS 15 oder neuer, Windows 11 ab 23H2 oder Windows 10 22H2 mit erweiterten Sicherheitsupdates sowie 8 GB Arbeitsspeicher. Unter Windows beschleunigt 16.9 die KI-Funktionen auf Grafikchips von NVIDIA, Intel und Qualcomm. Rechner mit gemischten Chips, etwa AMD-Prozessorgrafik plus NVIDIA-Karte, laufen so schnell wie bisher, solange du den unpassenden Chip nicht abschaltest.
Was das für dich bedeutet
Sichere vor dem Update deine Kataloge und Sitzungen. Version 16.9 wandelt Dateien aus 16.8.6 und älter beim Öffnen um. Zurück in eine ältere Version führt danach nur die Sicherung.
Für Porträt- und Bewerbungsfotos lohnt ein Test an einer kompletten Serie. Achte darauf, ob Outer hair Haarspangen, Brillenbügel oder Ohrringe verschont. Solche Stellen sicherst du mit dem Schutzpinsel ab. Bei Produktfotos nach Markenvorgaben trägst du die Hausfarbe des Kunden einmal als RGB-Wert ein, statt nach Augenmaß nachzuregeln.
Mit einer Dauerlizenz rechnest du nach: Brauchst du keines der neuen Werkzeuge, bleibt 16.8 eine Option. Bei einer Lizenz, die jünger als zwölf Monate ist, fällt der Umstieg mit 40 Prozent Rabatt am günstigsten aus. Einen Einstieg in Bildbearbeitung und Bildverwaltung mit dem Programm bietet das Tutorial zu Capture One Pro.
Capture One hat die Version 16.9 am 29. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen