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Schülerbefragung in Hessen: 64 Prozent lassen sich den Stoff von KI erklären

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wofür nutzen die Befragten KI?
  2. Welchen Chatbot stellt Hessen den Schulen bereit?
  3. Was das für dich bedeutet
  4. Quellen

80 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler in Hessen nutzen KI für die Schule, 38 Prozent regelmäßig und 42 Prozent gelegentlich. Die Zahlen stammen aus der dritten Hessischen Schülerbefragung, deren Ergebnisse die Landesschülervertretung (LSV) Hessen jetzt veröffentlicht hat.

Vom 9. März bis 3. Juni 2026 nahmen 15.978 Kinder und Jugendliche ab Klasse 5 an der Onlinebefragung teil; die Auswertung übernahm das IMC Institut in Aachen. Einen Vergleich mit der Befragung von 2022 hält die LSV nur eingeschränkt für möglich, weil sich die Themen geändert haben.

Wofür nutzen die Befragten KI?

Zusätzliche Erklärungen zu Unterrichtsthemen stehen vorn: 64 Prozent lassen sich den Stoff von KI noch einmal erklären. Bei Hausaufgaben holen sich 54 Prozent Unterstützung, 49 Prozent lassen Texte zusammenfassen und 45 Prozent suchen Ideen für Texte oder Präsentationen. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) hat Hausaufgaben schon komplett von KI erledigen lassen.

Wofür Hessens Schüler KI nutzen
Anteil der 15.978 Befragten ab Klasse 5, Mehrfachnennung möglich
  • Erklärungen zu Unterrichtsthemen64 %
  • Unterstützung bei Hausaufgaben54 %
  • Texte zusammenfassen49 %
  • Ideen für Texte oder Präsentationen45 %
  • Hausaufgaben komplett erledigen lassen22 %
Onlinebefragung vom 9. März bis 3. Juni 2026, Ergebnisse gewichtet
Quelle: Landesschülervertretung Hessen, Ergebnisbericht HeSchüB 2026

Die LSV stellt diese Antworten neben eine andere Frage derselben Befragung: 70 Prozent wünschen sich verständlichere Erklärungen ihrer Lehrkräfte, 57 Prozent mehr Hilfe beim Verstehen des Unterrichtsstoffs und 56 Prozent mehr individuelle Unterstützung. Dass KI fehlende Erklärungen ersetzt, nennt die Schülervertretung im Ergebnisbericht „ein Alarmsignal für die Unterrichtsqualität“.

Den Umgang mit KI als Unterrichtsthema halten 31 Prozent für sehr wichtig und 37 Prozent für eher wichtig. Vermitteln soll die Schule vor allem die Nutzung (68 Prozent), Risiken (64 Prozent), Datenschutz (57 Prozent) und die Funktionsweise (54 Prozent). „Schüler*innen brauchen Orientierung statt bloßer Verbote“, schreibt die LSV.

Welchen Chatbot stellt Hessen den Schulen bereit?

Seit dem 1. Oktober 2025 steht allen hessischen Schulen im Schulportal Hessen der Chatbot AIS.chat kostenlos zur Verfügung; eingeführt wurde er unter dem Namen telli. Die Daten liegen auf Servern in Deutschland oder der EU; die Chats fließen nicht ins Training der Sprachmodelle. Personenbezogene Daten, auch die der Klasse, darf niemand eingeben.

Zuerst muss die Schule AIS.chat in der Verwaltung des Schulportals für Lehrkräfte aktivieren. Für den Einsatz im Unterricht braucht jede Lehrkraft einen Kompetenznachweis. Erwerben lässt sich der Nachweis nur über Angebote der Hessischen Lehrkräfteakademie, etwa den Selbstlernkurs „Fit für AIS.chat“ mit Online-Test oder eine 60-minütige Kompaktschulung mit anschließendem Test. Danach erzeugen Lehrkräfte Links oder QR-Codes, über die ihre Klassen den Chatbot nutzen.

Für Regeln zu Datenschutz und Kennzeichnung verweist das Schulportal auf die Handreichung des Kultusministeriums, deren Fassung auf dem Portal Digitale Schule Hessen den Stand Juli 2023 nennt.

In einer bundesweiten Bitkom-Umfrage unter 501 Lehrkräften hielten 70 Prozent die KI-Nutzung ihrer Schülerinnen und Schüler für kaum kontrollierbar und 92 Prozent sprachen sich für eine Pflicht aus, KI-Hilfe bei schulischen Aufgaben zu kennzeichnen.

Was das für dich bedeutet

Unterrichtest du in Hessen, schau am besten im Schulportal nach, ob AIS.chat für dein Kollegium schon aktiviert ist. Falls nicht, können Schulleitung oder die Administratoren der Schule das Werkzeug in der Verwaltung des Schulportals aktivieren. Den Kompetenznachweis bekommst du ohne Termin über den Selbstlernkurs mit abschließendem Online-Test.

Holen sich deine Schülerinnen und Schüler Erklärungen ohnehin bei KI, kannst du in AIS.chat ein Lernszenario zu dem Thema anlegen, das in deiner Klasse am häufigsten hakt, und die Antworten gemeinsam prüfen. Für Hausaufgaben hilft eine klare Absprache, etwa eine Kennzeichnung der KI-Hilfe mit Datum und Prompt; diese Form empfiehlt das Schulportal für Inhalte aus AIS.chat.

Lernst du selbst mit Chatbots oder begleitest dein Kind dabei, hilft Grundwissen über die Technik. Was ein Prompt, ein Modell und generative KI sind, erklärt die Lektion zu KI-Begriffen in der ChatGPT-Masterclass von TutKit. Erklärungen eines Chatbots gleichst du vor einer Klassenarbeit am besten mit Heft oder Schulbuch ab, denn auch ein Schul-Chatbot kann sich irren.

Die Landesschülervertretung Hessen hat die Ergebnisse am 28. Oktober 2026 veröffentlicht.

Quellen

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