Canva AI bearbeitet Designs seit Donnerstag mit Brush, einer Eigenentwicklung von Canva Research. Das Modell erkennt Aufbau, Ebenen und Gestaltung eines vorhandenen Designs und setzt Änderungswünsche aus dem Chat direkt um, von einer einzelnen Textzeile bis zu sämtlichen Folien einer Präsentation. Freigeschaltet ist Brush zunächst für Konten mit Canva Pro, wie Canva in der Ankündigung im Newsroom schreibt.
Was ändert Brush gegenüber dem bisherigen Design-Agenten?
Brush arbeitet in einer Schleife: Das Modell schreibt kleine Programme, die Designelemente verschieben, umfärben oder austauschen, führt sie aus und prüft danach auf der Seite, ob die Änderung passt. Das Ergebnis bleibt ein gewöhnliches Canva-Design, dessen Texte, Bilder, Farben und Layout du im Editor von Hand weiter anpasst.
Canva gibt an, Brush erledige gewöhnliche Bearbeitungen bis zu 69 Prozent schneller als der bisherige Design-Agent und koste je Aufgabe 46 Prozent weniger. In internen Tests schnitt das Modell bei den meisten Aufgaben mindestens so gut ab wie der Vorgänger, am stärksten beim Umgestalten und beim Übertragen in andere Formate. Unabhängige Tests der Zahlen fehlen bislang.
Als Basis diente ein frei verfügbares Modell, dessen Namen Canva nicht verrät. Canva Research, die KI-Abteilung des Unternehmens mit 160 Leuten, hat dieses Modell mit echten Design- und Bearbeitungsaufgaben nachtrainiert, auch mit anonymisierten Daten von Menschen, die dem Training zugestimmt haben.
Wie setzt du Brush ein?
Öffne ein vorhandenes Design im Editor oder hänge in Canva AI ein Design an. Im Auswahlmenü von Canva AI wählst du dann den Eintrag „Brush“, damit das Modell die ganze Bearbeitung übernimmt. Danach gibst du im Chat weitere Anweisungen oder arbeitest selbst weiter.
So setzt du Brush in Canva ein
Seit 29. Oktober 2026 in Canva AI, zunächst nur mit Canva Pro
- Design wählenvorhandenes Design im Editor öffnen oder in Canva AI anhängen
- Brush einstellenim Auswahlmenü von Canva AI den Eintrag Brush wählen
- Änderung beschreibenetwa neue Überschriften auf allen Folien oder ein anderes Format
- Von Hand nacharbeitenTexte, Bilder und Farben bleiben im Editor bearbeitbar
Erste Version: Dein Markenkit berücksichtigt Brush noch nicht
Quelle: Canva Newsroom
Als Beispiele nennt Canva drei Aufgaben:
- ein Design umgestalten, etwa mit anderem Farbschema, anderem Wetter im Bild oder einer anderen Stimmung
- eine Änderung über alle Seiten eines mehrseitigen Designs, zum Beispiel neue Überschriften in einem Rutsch
- ein Design für einen anderen Kanal umbauen, etwa eine Präsentationsfolie als Instagram-Grafik
Noch fehlt die Anbindung an dein Markenkit. Canva arbeitet daran, ebenso an Layouts mit vielen Bildern und daran, dass du dich im Chat auf angehängte Dateien beziehen kannst.
Wer bekommt Brush, und was kostet die Nutzung?
Brush läuft bisher nur in Canva Pro. Für die übrigen Tarife will Canva Brush später freischalten, nennt aber keinen Termin. Eine Einschränkung nach Ländern nennt Canva nicht. Deutsch steht in der Sprachliste von Canva AI im Hilfecenter. Ob Brush deutsche Anweisungen so zuverlässig umsetzt wie englische, lässt Canva offen.
Einen eigenen Preis nennt Canva für Brush nicht. Jede Nutzung von Canva AI wird auf dein monatliches KI-Kontingent angerechnet. Ob eine Bearbeitung mit Brush weniger Kontingent verbraucht, weil sie für Canva billiger ist, sagt Canva nicht.
Brush kommt eine Woche nach dem Bildmodell Craft, das ebenfalls von Canva Research stammt. Figma veröffentlichte am selben Tag einen Bericht über ein eigenes, nachtrainiertes Modell für Designänderungen, auf dem ein Teil des Figma-Agenten beruht. Beide Anbieter setzen für Bearbeitungen auf eigene Spezialmodelle und lassen andere Aufgaben weiter von großen Modellen ihrer Partner erledigen.
Was das für dich bedeutet
Mit einem Pro-Konto lohnt sich ein Test an der Kopie einer längeren Präsentation. Lass Brush alle Überschriften auf einmal ändern und vergleiche das Ergebnis mit einem Durchlauf ohne Brush-Auswahl. Prüf dabei besonders Abstände und Schriftgrößen auf den hinteren Folien, denn Canva bezeichnet Brush selbst als erste Version.
Für Kundenprojekte mit festen Hausfarben und Schriften gleichst du jedes Ergebnis am besten von Hand mit dem Markenkit ab, bis Canva die angekündigte Anbindung liefert. Arbeitest du mit Canva Teams oder Canva Business, wartest du auf die Freischaltung. Wie du Texte, Bilder und Farben im Editor von Hand nachbesserst, zeigt das Canva-Tutorial Schritt für Schritt.
Canva hat Brush am 29. Oktober 2026 vorgestellt.
Quellen