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KI-Tutor in Mathe: so gut wie menschliche Nachhilfe, im Test ohne Vorsprung

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Zum Inhaltsverzeichnis
Inhalt 5 Abschnitte
  1. Was hat die KI-Nachhilfe in der Übungsstunde gebracht?
  2. Warum zeigt der Mathetest keinen Vorsprung?
  3. Wie oft lag die KI daneben?
  4. Was das für dich bedeutet
  5. Quellen

Das Londoner Bildungsunternehmen Eedi hat zusammen mit Google DeepMind die vollständigen Ergebnisse seiner zweiten randomisierten Studie zur KI-Nachhilfe in Mathe veröffentlicht. 1.179 Schülerinnen und Schüler an zehn öffentlichen Schulen in Großbritannien übten zwölf Wochen lang auf der Plattform von Eedi, davon zehn Wochen mit Unterricht.

Jede Schülerin und jeder Schüler war fest einer von vier Gruppen zugeteilt und bekam nach jeder falschen Antwort immer dieselbe Art von Hilfe: die übliche Erklärung der Plattform, einen menschlichen Tutor im Textchat, den KI-Tutor allein oder ergänzt um eine Zusammenfassung der eigenen früheren Fehler. Der KI-Tutor beruht auf einer für den Unterricht angepassten Fassung von Gemini. Ein Mensch prüfte jede Nachricht der KI, bevor sie bei den Jugendlichen ankam.

Was hat die KI-Nachhilfe in der Übungsstunde gebracht?

Direkt nach dem Fehler half die KI so gut wie ein Mensch. Nach einem Gespräch mit einem Tutor lösten die Lernenden eine ähnliche Aufgabe in 56 bis 58 Prozent der Fälle richtig, nach der üblichen Erklärung nur in 43 Prozent. Die Zusatzinfos über frühere Fehler machten den KI-Tutor nicht erkennbar besser.

Die Eedi-Studie in Zahlen
1.179 Lernende an zehn Schulen in Großbritannien, Ergebnisse vom 29. Oktober 2026
  • 43 %richtig gelöste Folgeaufgaben nach der üblichen Erklärung
  • 56–58 %richtig gelöste Folgeaufgaben nach dem Gespräch mit einem Tutor, KI oder Mensch
  • 94,7 %der KI-Nachrichten gaben die Prüfer unverändert frei
  • 7KI-Nachrichten mit falscher Mathe-Aussage kamen bei Lernenden an
Im standardisierten Mathetest Star Maths lag die Gruppe mit KI-Tutor nach zehn Wochen nicht vorn.
Quellen: Eedi, Google Blog

Google hebt in seinem Bericht hervor, dass Gemini die Lernenden in fast 99 Prozent der Sitzungen zum Lösungsweg führte, statt die Lösung zu verraten. In mehr als 85 Prozent der Chats rechneten die Lernenden selbst.

Warum zeigt der Mathetest keinen Vorsprung?

Im standardisierten Test Star Maths schnitten die 916 Lernenden, die vorher und nachher teilnahmen, mit KI-Tutor ähnlich ab wie mit der üblichen Erklärung. Die Gruppe mit menschlichen Tutoren lag leicht darunter, möglicherweise zufällig. Nachhilfe im Gespräch ist gründlicher, schafft aber weniger Stoff. Google beziffert den Unterschied auf etwa 14 Aufgaben je Sitzung gegenüber 19 mit der üblichen Erklärung.

Zehn Wochen hält Eedi für zu kurz. Ein früherer Versuch über zwei Jahre deutet darauf hin, dass sich deutliche Effekte erst nach einem Jahr oder später zeigen. Nur als vorläufig wertet Eedi den Befund, dass Mädchen mit Tutor etwas besser abschnitten als ohne Tutor, Jungen dagegen schlechter.

Wie oft lag die KI daneben?

Die Prüfer gaben 94,7 Prozent der KI-Nachrichten unverändert frei. In elf KI-Nachrichten stand eine falsche Mathe-Aussage. Vier fingen die Prüfer ab, sieben kamen trotz Kontrolle bei den Jugendlichen an. Auch die menschlichen Tutoren machten sieben echte Rechenfehler. Für die einjährige Folgestudie mit mehr als 15.000 Lernenden an 26 Schulen, gestartet im September 2026, hat Eedi das Verfahren umgestellt: Menschen prüfen nicht mehr jede Nachricht, sondern beaufsichtigen die Gespräche und greifen gezielt ein. Eedi fordert alle Anbieter von KI für den Unterricht auf, ihre Fehlerquoten offenzulegen.

Was das für dich bedeutet

Eedi nennt für seinen Tutor kein Angebot auf Deutsch. Gemini für Schulen ist dagegen auch hierzulande verfügbar: Google stellt Gemini for Education Schulen und Hochschulen kostenlos bereit, sofern sie die Bedingungen für Bildungseinrichtungen erfüllen. Mit dem Schulkonto nutzt du Gemini, sobald deine Schule den Dienst freigeschaltet hat. Unter 18 Jahren bekommen Schülerinnen und Schüler eine eigene Fassung mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen.

Nutzt du KI zum Lernen, lass dir einen Fehler am besten Schritt für Schritt erklären und rechne danach zwei, drei weitere Aufgaben ohne Hilfe. Genau diese Übungsmenge fehlte den Lernenden mit Tutor. Prüf jeden Rechenschritt der KI kurz nach, denn sieben falsche Aussagen kamen selbst durch die menschliche Kontrolle.

Bitte Gemini im Prompt gerne ausdrücklich, nachzufragen, statt die Lösung zu nennen. Wie du solche Prompts formulierst, zeigt das Gemini-Tutorial zu Prompt Engineering.

Als Lehrkraft planst du KI-Erklärungen am besten zusätzlich zur Übungszeit ein und kürzt dafür keine Aufgaben. Wie verbreitet das Erklären per KI schon ist, zeigte die Schülerbefragung in Hessen: 64 Prozent lassen sich dort Unterrichtsstoff von KI erklären.

Eedi hat die Ergebnisse am 29. Oktober 2026 veröffentlicht.

Quellen

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