Bewerbung: Schriftarten, Schriftgröße & Gestaltung

Bewerbung: Schriftarten, Schriftgröße & 12 Tipps zu Vorgehen und Gestaltung

Jens Hammerschmidt
veröffentlicht:

Welche Schriftarten empfehlen sich für eine Bewerbung? In welcher Schriftgröße solltest du sie verwenden? Dazu gibt es hier ausführliche Hinweise. Zunächst starten wir mit 12 Tipps rund um dein Vorgehen beim Erstellen deiner Bewerbung und zur Gestaltung deiner Unterlagen.


1 | Umfang/Seitenformat

Egal, wie viel du gern schreiben würdest: In der Kürze liegt tatsächlich die Würze! Dein Schreiben sollte zusammen mit allen erforderlichen Randinformationen am Ende auf eine DIN-A4-Seite passen. Deren Maße liegen bei 21 cm × 29,7 cm. Klassischerweise stellst du den linken Seitenrand auf 2,5 cm, alle anderen (oben, unten und rechts) auf 2 cm. Doch Vorsicht: Der Text deines Bewerbungsschreibens selbst sollte sich nicht über die gesamte Seitenbreite erstrecken. Eine Zeilenlänge von circa 60 bis 70 Zeichen bietet hingegen einen hohen Lesekomfort.

Bewerbungsvorlage Assistenz der Geschäftsleitung

2 | Kopfzeile

Deine Kontaktdaten kannst du ganz wunderbar auch in der Kopfzeile unterbringen. Verwende zum Beispiel eine zweizeilige Darstellung: In der ersten Zeile platzierst du deinen Namen in größerer Schrift (15 oder 16 Punkt). Darunter gibst du in der zweiten Zeile in kleinerer Schrift (13 oder 14 Punkt) deine Daten an, die du zum Beispiel durch einen Trennstrich (|) oder einen Mittelpunkt (•) voneinander trennst.

3 | Rechter Seitenrand

Auch hier kannst du deine Kontaktdaten unterbringen und eventuell sogar dein Bewerbungsfoto setzen. Solltest du dich für die Variante entscheiden, lässt du für den Seitenrand mehr Platz, wobei sich ungefähr 6 cm eignen. Gleichfalls bietet dir der Seitenrand die Möglichkeit, dein Anlagenverzeichnis unterzubringen. Den Seitenrand kannst du durch eine Trennlinie oder auch durch eine farbige Fläche vom Rest des Schreibens abheben.

Bewerbung Beispiel rechter Seitenrand
Ein Beispiel für einen Seitenrand in deiner Bewerbung

4 | Farbe

Alles nur Schwarz auf Weiß? – Das muss nicht sein. Oder anders formuliert: Setze mithilfe deines Designs farbige Akzente, um aus dem Einheitsbrei herauszustechen! Du kannst auch mit sanften Farbabstufungen arbeiten und für verschiedene Designelemente beispielsweise ein helles und ein dunkleres Blau verwenden. Bei der Wahl der Farbe könntest du folgende Überlegungen anstellen:

  • Nimm einfach deine Lieblingsfarbe, womit du deine Persönlichkeit mehr in den Fokus rückst.
  • Wähle eine Farbe, die der Farbe des Unternehmens nahekommt, bei dem du dich bewirbst.
  • Wähle eine Farbe, die für die entsprechende Branche typisch ist. So darf es im Bereich Ökologie gern ein Grün sein.

5 | Konzept

Das Schreiben einer Bewerbung zählt nicht unbedingt zu den Lieblingsaufgaben. Schnell möchte man fertig sein und sich schöneren Dingen widmen. Das beste Mittel für ein effizientes Ergebnis mag da das schnelle Losschreiben sein. Doch Stopp! Mit diesem Vorgehen wirst du am Ende mehr Zeit benötigen, als wenn du dich vorher hinsetzt und ein kleines Konzept erstellst.

Schreibe dir ruhig noch einmal raus, welche Anforderungen in der Ausschreibung gestellt werden. Überlege dir, welche davon eventuell besonders und welche weniger wichtig sind. Gleiche diese Liste mit deinem eigenen Profil ab: Wo kannst du konkret etwas benennen, wo eher weniger? Strukturiere dann dein Schreiben vor. Was soll in die Einleitung? Was in den Hauptteil? Welche Dinge möchtest du am Schluss erwähnen?

Basierend auf dieser groben Skizze wagst du dich schließlich an den Text. Und hier gilt: Nur weil du ein offizielles Schreiben aufsetzt, muss der Ausdruck nicht überbordend formell und gestelzt daherkommen. Verzichte auf Umgangssprache, aber erstelle keinen Gesetzestext. Formuliere kurze Sätze, in denen du sagst, was ist.

Alles drin für deine Bewerbung – vom Deckblatt über die Anschreiben-Seite bis zum Lebenslauf!

6 | Kenne deine Zielgruppe

Jeder Text richtet sich an eine ganz bestimmte Zielgruppe – so auch dein Bewerbungsschreiben. Das Schöne dabei: Die Zielgruppe ist hier ziemlich genau definiert. Behalte also bei jedem Satz im Hinterkopf, dass du ihn an die entsprechende Ansprechperson, einen Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen richtest. Im Grunde musst du dann nur noch eine Frage beantworten: Was muss diese Person von dir wissen, damit sie überzeugt ist, dass du ihr beziehungsweise dem Unternehmen von Nutzen bist?

7 | Arbeite reduziert

Personalverantwortliche haben sicherlich keine Zeit und Lust, in deinem Bewerbungsschreiben sechs oder mehr Absätze zu lesen. Texte daher so prägnant wie möglich, frei nach dem Motto des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“

Bewerbung Soziale Arbeit, Sozialpädagogin/Sozialpädagoge: Design-Muster für Word und InDesign

8 | Gescannte Dokumente

Für den Bereich der Anlagen wirst du sicherlich Dokumente wie zum Beispiel Zeugnisse einscannen müssen. Achte darauf, dass du diese gerade ausrichtest. Außerdem ergeben sich beim Scan in den eigentlichen Weißflächen oftmals Graubereiche. Diese solltest du nachträglich aufhellen (zum Beispiel über eine Tonwertanpassung). Je sauberer das Gesamterscheinungsbild der eingescannten Dokumente, umso besser! Natürlich gibt es mittlerweile auch brauchbare Smartphone-Apps zum Abfotografieren und Umwandeln von Dokumenten. Sieh dich dazu ganz einfach im Netz um.

9 | Google dich

Gibst du in deiner Bewerbung Links zu einer eigenen Internetseite, zu deinem Online-Portfolio oder zu Social-Media Profilen an, sollten die entsprechenden Seiten natürlich aktuell sein. Schau außerdem nach, welche Informationen man über dich findet, wenn man im Netz nach deinem Namen sucht. Eventuell entdeckst du dabei auf Google, Facebook und Co. Inhalte, die einer Anstellung entgegenstehen und die du vor Versand der Bewerbung noch umarbeiten möchtest.

Bewerbung Ausbildung: Design-Muster mit Lebenslauf, Deckblatt und Anschreiben-Layout

10 | Kreativbranche: Online-Portfolio

Insbesondere für Bewerbungen in der Kreativbranche ist die Angabe eines Online-Portfolios sehr empfehlenswert. Mitunter stellst du deine Arbeiten dort leichter zugänglich und anschaulicher dar, als es in angehängten Anlagen der Fall sein würde. Am besten präsentierst du deine Werke dort, wo sich auch andere Personen deiner Branche tummeln. Das können spezialisierte Plattformen wie Behance und Dribbble, aber auch thematisch allgemein gehaltene Kanäle wie Instagram, Pinterest, vimeo oder YouTube sein. Bist du dort gut vernetzt, zeigt das auf, dass du ein guter Netzwerker bist. Verfügst du als Einsteiger noch nicht über Referenzen, dann erstelle ein paar eindrückliche Konzeptdesigns.

11 | Anschaulich präsentieren

Bei der Visualisierung deiner Arbeiten sind oftmals sogenannte Mockups hilfreich, mit denen du deine zweidimensionalen Werke in fotorealistische Szenen einbaust. Bei uns findest du Hunderte Mockups für Druckprodukte wie Broschüren oder zur Darstellung von Webinhalten auf verschiedenen Endgeräten.

Bewerbung als Grafikdesigner/-in – Design-Muster für Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben

12 | Zitate

Ob auf dem Deckblatt, am Seitenrand, in Kopf- oder Fußzeile … Indem du ein Zitat verwendest, verpasst du deinen Unterlagen eine Art Slogan oder du transportierst eine bestimmte Grundeinstellung, eine Philosophie. Greife dazu auf Zitate mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten zurück. Oder: Nimm aus deinen Schul- beziehungsweise Arbeitszeugnissen einen markanten Satz, der dich positiv bewertet und beschreibt sowie einen Aspekt aufgreift, der zur ausgeschriebenen Stelle passt. Setze das Zitat in Anführungszeichen, nenne dazu den Namen des Zitatgebers und ordne die Person durch Angabe beispielsweise des Berufes ein. Ein Beispiel: „Du hast das Auge fürs Kreative. Bewahre es dir.“ (aus dem Arbeitszeugnis von Anna Musterfrau, meiner Klassenlehrerin am Gymnasium)


Schriftgröße und Schriftart

Lesbarkeit mit Charakter

Nutze die Schrift als zusätzliches Gestaltungselement, mit dem du deine persönliche Note setzt. Bei der Wahl der Schriftart hast du Spielraum, der jedoch nicht unbegrenzt ist.

1 | Einheitlichkeit

In deiner Bewerbung solltest du nicht mehr als zwei Schriftarten verwenden. Eigentlich reicht eine Variante aus. Damit legst du die Grundlage für ein homogen wirkendes Schriftbild – alles andere wirkt undurchdacht, chaotisch. Setze gerne auch Hervorhebungen wie Farbigkeit oder Fettmarkierungen ein, um die Struktur deines Dokuments zu unterstreichen. Übertreibe aber nicht. Weniger ist mehr! Die Betreffzeile beispielsweise hebst du fett hervor, eine farbliche Anpassung ans Design deiner Bewerbung ist möglich. Eine zusätzliche Markierung (z. B. eine Unterstreichung) kann schon zu viel des Guten sein. Möchtest du Überschriften nur in Großbuchstaben schreiben, verwende für diesen Zweck nur serifenlose Schriften. Der Fließtext sollte im Regelfall keine gesonderten Markierungen enthalten. Verwende für Texte auch kein 100-prozentiges Schwarz. Bei Werten im Bereich von 95 bis 97 Prozent wirkt der Text leichter und nicht ganz so streng.

Bewerbungsvorlage Motion Designer/in mit Lebenslauf, Anschreiben-Seite, Deckblatt und Arbeitsproben

2 | Schriftgröße und Zeilenabstand

Den Zeilenabstand setzt du etwas höher, in Schreibprogrammen wie Word auf maximal 1,5. In Layoutprogrammen wie InDesign kannst du den Zeilenabstand individuell steuern, orientiere dich in etwa bei 120 bis 150 Prozent der Zeichengröße. Für welchen Zeilenabstand du dich entscheidest, hängt mitunter vom verfügbaren Platz und auch von der Zeilenlänge ab – je länger diese ausfällt, umso größer sollte der Zeilenabstand sein. Grundlegend gilt: Gute Lesbarkeit ist oberste Prämisse – gib deinem Schreiben ruhig „etwas Luft“. Die Schriftgröße sollte 10 Punkt eigentlich nicht unterschreiten. Oft sind 12 Punkt bestens geeignet. Wenn du variieren möchtest, empfiehlt sich die 11-13-15- bzw. die 12-14-16-Regel.

  • 11 oder 12 Punkt: Fließtext
  • 13 oder 14 Punkt: Datum, Adressen, Zwischenüberschriften
  • 15 oder 16 Punkt: für deinen Namen in der Kopfzeile, auch für Überschriften
Bewerbungsvorlage Verkäufer/Verkäuferin mit Deckblatt, Lebenslauf, Anschreiben-Layout

3 | Schriftart

Auch hier spielt die Lesbarkeit eine entscheidende Rolle. Verzichte auf verschnörkelte Schreibschriften. Als ungeeignet für Bewerbungen gelten unter anderem „Impact“, „Courier“ und „Comic Sans“. Mit den Klassikern „Arial“, „Verdana“, „Helvetica“ und „Times New Roman“ machst du nichts falsch. Doch Obacht: Diese Schriften wirken beliebig und austauschbar. Bewirbst du dich in einer Designagentur, wirst du mit der „Arial“ ein eher müdes Gähnen hervorrufen. Indem du Alternativen wählst, vermittelst du, dass du dich sorgfältig um die Aufbereitung deines Schreibens gekümmert hast. Sieh dich auf Plattformen wie Google Fonts oder Font Squirrel um. Auch kannst du eine Schriftart wählen, die der des Unternehmens nahekommt, bei dem du dich bewirbst.

Serifenschriften

  • Merriweather
  • Dejavu Serif
  • Heuristica
  • Kameron
  • Libertinus Serif
  • Manuale
  • Noto Serif
  • Source Serif
  • Unna

Serifenlose Schriften

  • Ubuntu
  • Open Sans
  • Source Sans Pro
  • Roboto
  • Cantarell
  • Alegreya Sans
  • Encode Sans
  • Fira Sans
  • Aller

1034, 1015, 1043, 1045

Veröffentlicht am von Jens Hammerschmidt
Veröffentlicht am: Von Jens Hammerschmidt
Täglich an den Tasten für TutKit.com.
Zurück zur Übersicht