Unterschiedliche Lichtverhältnisse, Aufnahmeorte und Kameras können dazu führen, dass Farben, Farbtöne und Kontraste von Bild zu Bild völlig anders wirken. Mit manchen meiner Aufnahmen war ich für sich genommen ziemlich zufrieden, doch innerhalb einer Serie sahen sie plötzlich überhaupt nicht mehr stimmig aus. Besonders ärgerlich kann das sein, wenn bei deinen Fotos ein einheitlicher Look wichtig ist, etwa bei einem Hochzeitsalbum, einem professionellen Fotoportfolio oder einem Instagram-Karussell.
Gibt es eine Möglichkeit, deine Bilder so aussehen zu lassen, als würden sie alle zur gleichen visuellen Geschichte gehören? Ja, genau dafür sind Presets gedacht. Was sind Presets? Im Grunde handelt es sich dabei um vorgefertigte Kombinationen von Fotoeinstellungen, die du mit wenigen Klicks auf mehrere Bilder anwenden kannst, anstatt deine bevorzugten Anpassungen bei jedem Foto einzeln vorzunehmen.
In diesem Artikel zeigen wir, wie man Fotos bearbeitet, indem man Presets nutzt, um über mehrere Bilder hinweg einen einheitlichen visuellen Stil zu schaffen. Außerdem erfährst du, wie du Presets sinnvoll auswählst und an deine Aufnahmen anpasst. Als Beispiel verwenden wir dafür den Fotoeditor Luminar.
Warum sind Presets wichtig?
Was ist ein Preset? Wie bereits erwähnt, ist ein Preset eine vorgefertigte Kombination verschiedener Einstellungen, die gleichzeitig auf ein Bild angewendet werden können. Diese Anpassungen betreffen in der Regel Farbe, Kontrast und Bildstimmung. In Luminar kannst du Presets auf mehrere Bilder innerhalb eines Projekts anwenden, um einen harmonischeren und einheitlicheren Look zu erzielen.
Bei einer Bildserie können manche Fotos deutlich wärmer, dunkler oder stärker gesättigt wirken als andere. Ein Preset hilft dabei, solche Unterschiede auszugleichen und der gesamten Serie eine klarere visuelle Richtung zu geben. Ein Reisefotograf könnte beispielsweise Stadtaufnahmen, Porträts und Food-Fotos zunächst mit einem leicht warmen Look versehen und anschließend jedes Bild individuell weiter anpassen.
Dabei solltest du bedenken, dass ein Preset nicht das fertige Ergebnis ist, sondern vielmehr ein wiederverwendbarer Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung. Achte darauf, wie sich ein Preset auf jedes einzelne Bild auswirkt, und passe die Einstellungen entsprechend an. Ein dunkleres Foto benötigt möglicherweise etwas mehr Helligkeit, während bei einem anderen Bild eine geringere Farbintensität besser funktioniert.
In Luminar kannst du eigene Presets von Grund auf erstellen oder vorhandene Presets so oft anpassen, wie du möchtest. Ziel ist nicht, dass jedes Foto identisch aussieht. Stattdessen geht es darum, einer Bildserie eine gemeinsame visuelle Richtung zu geben und dir gleichzeitig die volle Kontrolle über deine kreativen Entscheidungen zu lassen.
So verwendest du Presets, ohne deinen eigenen Stil zu verlieren
Betrachte Presets nicht als fertigen Look, sondern als Teil eines strukturierten Workflows in Luminar:
Schritt 1. Öffne ein repräsentatives Bild
Öffne in Luminar ein Bild aus deiner Serie, das den gewünschten Stil besonders gut repräsentiert. Dieses Referenzbild sollte dein Motiv und die gewünschte Stimmung am besten wiedergeben und als Beispiel für den Rest der Serie dienen. Achte auf klare Details und gute Lichtverhältnisse. Überlege dir vor dem Testen verschiedener Presets, welche Wirkung deine Bildserie insgesamt haben soll.
Schritt 2. Wende ein Preset an
Öffne den Bereich Presets und teste einige Optionen, die zur gewünschten Stimmung passen. Wende anschließend ein Preset auf dein Referenzbild an. Vermeide es, mehrere Presets übereinander anzuwenden. Da jedes Preset gleichzeitig verschiedene Einstellungen verändern kann, wird das Ergebnis sonst schwieriger zu kontrollieren. Wähle stattdessen das Preset, das deinem gewünschten Look am nächsten kommt, und passe es anschließend weiter an.
Schritt 3. Überprüfe die Gesamtwirkung
Verkleinere die Ansicht auf eine normale Betrachtungsgröße und prüfe die Gesamtwirkung des Bildes. Achte dabei besonders darauf, wie gut das Motiv zu erkennen ist, wie natürlich die Farben wirken und ob der Kontrast ausgewogen ist. So kannst du besser beurteilen, ob die Grundlage bereits funktioniert oder weitere Anpassungen nötig sind.
Schritt 4. Nimm gezielte Korrekturen vor
Wechsle zum Bereich Bearbeiten, um gezielte Korrekturen vorzunehmen. Reduziere den Kontrast, wenn Details zu hart wirken. Passe die Helligkeit an, wenn das Motiv zu dunkel erscheint. Wenn sich die Farben zu weit vom natürlichen Eindruck entfernt haben, korrigiere ihre Intensität oder Farbtemperatur. Ziel ist es, das Foto optisch näher an den Rest der Serie heranzuführen, ohne dabei die Eigenschaften zu verlieren, die die ursprüngliche Aufnahme besonders machen.
Schritt 5. Wende das Preset auf den Rest der Serie an
Sobald dein Referenzbild den gewünschten Look hat, wende dasselbe Preset auf die übrigen Bilder der Serie an. So entsteht eine einheitliche visuelle Geschichte, egal ob du eine überzeugende Produktkampagne, ein emotionales Familienalbum oder einen einheitlichen Instagram-Feed gestalten möchtest, um mehr Follower zu gewinnen.
Schritt 6. Betrachte die Bilder als Gesamtserie
Ein Foto kann für sich allein großartig aussehen und trotzdem aus der Reihe fallen, sobald es neben den anderen Bildern der Serie steht. Betrachte deshalb alle Aufnahmen gemeinsam und korrigiere nur das, was bei einem einzelnen Bild wirklich notwendig ist. Bei Porträts kann beispielsweise eine dezente Anpassung der Hauttöne sinnvoll sein, während Landschaftsaufnahmen eher Korrekturen bei Belichtung oder Himmelsbalance benötigen.
Die Bilder sollten miteinander verbunden wirken, aber nicht identisch aussehen. Am besten ist es, ihnen einige gemeinsame visuelle Merkmale zu geben und gleichzeitig jedem Foto seine eigene Bildaussage und Atmosphäre zu lassen.
Schritt 7. Speichere dein eigenes Preset
Wenn eine bestimmte Kombination aus Preset und individuellen Anpassungen gut funktioniert, speichere sie in Luminar als eigenes Preset. So hast du für zukünftige Projekte einen individuellen Ausgangspunkt und kannst schneller sowie konsistenter arbeiten.
Fazit
In einer Welt, in der visuelle Inhalte eine immer größere Rolle spielen, ist ein einheitlicher Look besonders wichtig. Presets sind nicht nur eine Möglichkeit für schnellere Fotobearbeitung. Sie können die Grundlage für einen wiedererkennbaren Stil bilden, Arbeitsabläufe vereinfachen und dir bei zukünftigen Projekten Zeit sparen.
Mit einem Preset lassen sich mehrere komplexe Anpassungen mit wenigen Klicks anwenden. Dadurch bleibt mehr Zeit für die kreative Arbeit. Gleichzeitig behältst du die Kontrolle über die Bearbeitung, kannst mit neuen Farbkombinationen experimentieren und Schritt für Schritt eine stimmige visuelle Ästhetik für deine Fotos entwickeln.
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