Photoshop per Texteingabe steuern: Das bringen die KI-Neuerungen

Stefan Petri
veröffentlicht:
Lesezeit: 6 min
Bilder & Text mit Hilfe von KI erstellt
Photoshop per Texteingabe steuern: Das bringen die KI-Neuerungen

Mit Photoshop 27.10 ergänzt Adobe im August 2026 mehrere KI-gestützte Bearbeitungswege und einige praktische Funktionen für den Produktionsalltag. Im Mittelpunkt stehen Texteingaben, räumlich begrenzte Änderungen und visuelle Anweisungen. Hinzu kommen eine neue Einstellungsebene für Lichtkorrekturen, dynamischer Text sowie direkter Zugriff auf Adobe Stock.

Die Neuerungen verändern vor allem, wie du Bearbeitungen formulierst und steuerst: Statt jeden Arbeitsschritt ausschließlich über einzelne Werkzeuge und Regler umzusetzen, kannst du der Software auch beschreiben oder zeigen, was geändert werden soll.

AI Assisted Editor als zentrale Beta-Oberfläche

Der neue KI-Assistent ist als Beta-Funktion in Photoshop verfügbar. Über den AI Assisted Editor greifst du direkt aus Photoshop auf kreative Firefly-Werkzeuge zu. Dadurch bleiben Ausgangsdatei, Ebenen und der weitere Bearbeitungsprozess in derselben Anwendung.

Der Editor richtet sich vor allem an Aufgaben, bei denen mehrere KI-gestützte Schritte nacheinander erforderlich sind. Du kannst eine Bearbeitung anstoßen, das Ergebnis beurteilen und anschließend weiterarbeiten. Welche Variante tatsächlich verwendbar ist, solltest du weiterhin anhand von Details wie Kanten, Lichtführung, Perspektive und Bildrauschen prüfen.

Da es sich um eine Beta handelt, ist mit Veränderungen am Funktionsumfang und an der Bedienung zu rechnen. Für reproduzierbare Kundenprojekte empfiehlt es sich deshalb, Zwischenschritte zu sichern und das Originalbild unverändert aufzubewahren.

Bilder mit natürlicher Sprache bearbeiten

Mit Prompt to edit kannst du gewünschte Änderungen als natürlichsprachige Anweisung eingeben. Du beschreibst also das Ziel, statt die dafür benötigten Einzelschritte vollständig selbst auszuführen.

Typische Anweisungen können sich beispielsweise auf folgende Aspekte beziehen:

  • störende Bildbestandteile entfernen oder verändern
  • Elemente in einer Szene ergänzen
  • die Wirkung eines Motivs anpassen
  • Hintergründe oder einzelne Bereiche umgestalten
  • mehrere inhaltlich zusammenhängende Änderungen formulieren

Für kontrollierbare Ergebnisse sollten Prompts möglichst eindeutig sein. Benenne das zu bearbeitende Motiv, die gewünschte Änderung und gegebenenfalls relevante Eigenschaften wie Position, Material, Farbe oder Licht. Eine kurze, konkrete Anweisung ist meist besser überprüfbar als eine lange Beschreibung mit widersprüchlichen Anforderungen.

Die Texteingabe ersetzt nicht die visuelle Kontrolle. Bei Retuschen und Composings bleiben insbesondere Übergänge, Schatten, Spiegelungen und Größenverhältnisse entscheidend.

KI-Änderungen mit Auswahlen und Masken begrenzen

Photoshop 27.10 kann ausgewählte Bildbereiche gezielt als Vorgabe für generative Bearbeitungen verwenden. Mit Masken legst du fest, wo die KI eingreifen darf. Bereiche außerhalb der Vorgabe sollen unangetastet bleiben.

Das ist besonders hilfreich, wenn du nur ein Objekt, einen Teil des Hintergrunds oder einen kleinen Retuschebereich verändern möchtest. Eine saubere Maske reduziert das Risiko, dass angrenzende Bilddetails unbeabsichtigt neu interpretiert werden.

Achte dabei auf den Maskenrand. Zu harte Übergänge können eingesetzte Elemente sichtbar abgrenzen, während sehr weiche Kanten benachbarte Bildbereiche einbeziehen können. Je nach Motiv lohnt es sich, die Auswahl vor der Generierung zu verfeinern und das Ergebnis anschließend in hoher Vergrößerung zu kontrollieren.

Bearbeitungswünsche direkt ins Bild zeichnen

Mit Markup ergänzt Adobe eine visuelle Form der Anweisung. Du kannst Markierungen in das Bild setzen und damit verdeutlichen, an welcher Stelle etwas erzeugt oder geändert werden soll. Die Markierung dient der KI zusammen mit deiner textlichen Beschreibung als räumlicher Hinweis.

Das hilft beispielsweise, wenn eine reine Texteingabe die gewünschte Position oder Ausdehnung nicht präzise genug vermittelt. Du kannst kenntlich machen, wo ein zusätzliches Objekt erscheinen, welcher Bereich ersetzt oder in welche Richtung eine Änderung ausgedehnt werden soll.

Markup ist damit keine klassische Zeichenebene für das fertige Motiv, sondern eine Anleitung für die Generierung. Wie bei Masken gilt: Je eindeutiger die Markierung, desto leichter lässt sich das erzeugte Ergebnis mit deiner Absicht vergleichen.

Licht non-destruktiv korrigieren

Die neue Light-Einstellungsebene bündelt Korrekturen für Belichtung, Kontrast, Lichter, Schatten und weitere Lichtparameter. Da die Anpassung als Einstellungsebene erfolgt, bleiben die ursprünglichen Pixel erhalten.

Du kannst die Lichtwirkung später erneut verändern, die Ebene ausblenden oder ihre Deckkraft reduzieren. Über eine Ebenenmaske lässt sich die Korrektur außerdem auf bestimmte Bereiche begrenzen. Das eignet sich sowohl für globale Belichtungsanpassungen als auch für gezielte Eingriffe in einzelne Motivteile.

Für Composings ist die Funktion vor allem dann relevant, wenn eingesetzte Elemente an die Helligkeitsverteilung des Gesamtbilds angeglichen werden müssen. Sie ersetzt allerdings nicht automatisch die Abstimmung von Farbe, Schärfe und Schatten.

Text passt sich an Formen und Pfade an

Dynamischer Text kann beim Skalieren von Formen und Pfaden automatisch neu formatiert werden. Änderst du die Größe des zugehörigen Elements, passt Photoshop den Text so an, dass er weiterhin hineinpasst.

Das erleichtert die Arbeit an Layoutvarianten, Beschriftungen, Badges oder grafischen Elementen mit integriertem Text. Manuelle Korrekturen an Schriftgröße und Umbruch werden dadurch seltener nötig. Die typografische Qualität solltest du dennoch prüfen, insbesondere bei sehr schmalen Formen, langen Wörtern oder starken Größenänderungen.

Dateiformate und Stock-Inhalte schneller erreichen

In den Dialogen „Speichern unter“ und „Kopie speichern“ kannst du die angezeigte Liste der Dateiformate anpassen. Häufig benötigte Formate lassen sich dadurch übersichtlicher bereitstellen, während für deinen Workflow irrelevante Einträge nicht ständig im Weg stehen.

Zusätzlich kannst du Adobe-Stock-Inhalte direkt in Photoshop durchsuchen und importieren. Für Layouts, Entwürfe und Composings entfällt damit der separate Wechsel zur Stock-Plattform. Vor der finalen Verwendung solltest du weiterhin Lizenzstatus, Auflösung und Eignung des jeweiligen Assets prüfen.

Photoshop 27.10 setzt damit vor allem auf besser steuerbare KI-Eingriffe: per Text, Maske oder visueller Markierung. Die ergänzenden Funktionen für Licht, Text, Dateiformate und Stock-Assets verkürzen zugleich mehrere alltägliche Arbeitsschritte, ohne die manuelle Nachbearbeitung überflüssig zu machen.

Veröffentlicht am von Stefan Petri
Veröffentlicht am:
Von Stefan Petri
Stefan Petri betreibt zusammen mit seinem Bruder Matthias das beliebte Fachforum PSD-Tutorials.de sowie die E-Learning-Plattform TutKit.com, die in der Aus- und Fortbildung digitaler beruflicher Kompetenzen einen Schwerpunkt setzt. 

Kommentare

Anmelden und kommentieren.

Zurück zur Übersicht