Die Blender Foundation hat in die Beta von Blender 5.3 erste Unterstützung für 3D Gaussian Splats eingebaut. Blender importiert solche Aufnahmen aus PLY- und SPZ-Dateien, liest sie auch aus USD und glTF, legt sie als Punktwolke an und rendert sie mit Workbench, EEVEE und Cycles. Im Blender-Entwicklerblog erklären Mark van de Ruit und Sergey Sharybin, wie die Funktion arbeitet und wo sie noch hakt.
Die Beta endet nach den Versionshinweisen am 4. November 2026. Fertig sein soll Version 5.3 nach dem Plan der Blender Foundation im November. Blender kostet nichts. Das Programm läuft unter Windows, macOS und Linux.
Wie kommt ein Splat vom Handy in Blender?
Ein Gaussian Splat entsteht aus vielen Fotos eines Gegenstands oder Raums. Ein Polygonnetz berechnet die Software dabei nicht. Die Rekonstruktion besteht aus sehr vielen kleinen, weichen und halbtransparenten Farbflecken, die zusammen auch Haare, Spiegelungen und feine Details wiedergeben. Aufnehmen lassen sich Splats mit professionellen Werkzeugen oder mit dem Handy: Die kostenlose iPhone-App Scaniverse exportiert sie zum Beispiel als PLY oder SPZ.
So holst du einen Splat in Blender
Gaussian Splats in der Beta von Blender 5.3, Import aus PLY- und SPZ-Dateien
- AufnehmenGegenstand mit einer Scan-App wie Scaniverse erfassen und als PLY oder SPZ exportieren
- ImportierenDatei in den Viewport von Blender 5.3 ziehen und den Import bestätigen
- AusrichtenSPZ-Dateien von Hand drehen, falls die Achsen des Scans nicht passen
- RendernIn EEVEE die Samples erhöhen, in Workbench die Beleuchtung auf Flat stellen
Beta bis 4. November 2026, einen Export für Splats hat Blender noch nicht
Quellen: Blender Developers Blog, Blender Developer Documentation, App Store
Für den Import ziehst du die Datei in den Viewport und bestätigst. Bei PLY erkennt Blender selbst, ob die Datei einen Splat oder ein normales Polygonnetz (Mesh) enthält. SPZ-Dateien richtet die Importfunktion automatisch auf Blenders Achsen aus; weil nicht jedes Programm diese Konvention einhält, musst du manche Scans trotzdem von Hand drehen. Intern ist der Splat eine Punktwolke vom neuen Typ 3D Gaussian Splats. In Geometry Nodes legt der Knoten Set Point Cloud Type diesen Typ fest.
Was können EEVEE und Cycles mit den Splats?
Alle drei Render-Engines zeigen Splats an, rechnen aber verschieden. EEVEE und Workbench zeichnen jeden Splat als transparente Fläche, die zur Kamera zeigt. Für die Transparenz nutzt EEVEE vorerst Dithering, ein zufälliges Pixelmuster statt weicher Überblendung. Das Bild rauscht deshalb sichtbar, und die Entwickler raten, unter Render > Sampling mehr Samples einzustellen. In Workbench stellst du unter Viewport Shading > Lighting die Beleuchtung auf Flat, sonst sehen die Splats in der Vorschau anders aus als gedacht.
Cycles bestimmt für jeden Lichtstrahl den Punkt, an dem der Splat die höchste Deckkraft hat, und berechnet so auch Spiegelungen und indirektes Licht. Das Ergebnis weicht in manchen Szenen leicht von EEVEE ab. Auf eigene Lampen in der Szene reagieren Splats in beiden Engines nur eingeschränkt: Dafür ersetzt du im Shader-Editor den Emission-Knoten etwa durch Diffuse BSDF.
Exportieren lassen sich Splats in 5.3 noch nicht. Die Leistung nennen die Entwickler nicht ideal, und der Befehl Apply Transform verrechnet Skalierung und Drehung der Splats noch falsch. Zum Bearbeiten bleiben die Werkzeuge für Punktwolken, die das Blender-Team selbst etwas umständlich findet.
Was das für dich bedeutet
Bisher brauchtest du für Splats in Blender ein Add-on wie das kostenlose 3DGS Render von KIRI Engine, das Splats in EEVEE darstellt. Ab 5.3 rendert Blender Splats ohne Zusatz in allen drei Engines. Für einen ersten Test scannst du am besten einen Gegenstand mit Scaniverse, exportierst ihn als SPZ und ziehst die Datei in die Beta.
Für laufende Kundenprojekte bleibst du am besten bei Blender 5.2 LTS mit Langzeitunterstützung, die bis Juli 2028 läuft. Version 5.3 bekommt keine Langzeitunterstützung. An andere Programme kannst du Splats außerdem noch nicht weitergeben. Plan die Aufnahmen deshalb vorerst nur für Bilder und Animationen ein, die du komplett in Blender renderst.
Wie Render-Engines, Materialien und Licht in Blender zusammenspielen, zeigt das Praxis-Training für Blender-Einsteiger an Beispielszenen.
Die Blender-Entwickler haben den Beitrag am 30. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen