Adobe Premiere für Android: Videos unterwegs professionell schneiden

Stefan Petri
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Lesezeit: 4 min
Bilder & Text mit Hilfe von KI erstellt
Ein ausgeschaltetes Smartphone liegt neben einem Filmstreifen und einer Fragezeichenkarte auf einem neutralen Tisch.

Premiere kommt auf Android

Rund ein Jahr nach dem Start auf iOS bringt Adobe seine Videobearbeitungssoftware Premiere auch auf Android-Smartphones. Du kannst die Android-App kostenlos im Play Store herunterladen und mit grundlegenden Funktionen nutzen. Für den Einstieg ist kein Adobe-Konto erforderlich.

Wie schon auf dem iPhone verzichtet die App auf Werbung und Wasserzeichen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn du kurze Videos direkt auf dem Smartphone bearbeiten und anschließend veröffentlichen möchtest. Kostenlos heißt allerdings nicht, dass alle Funktionen ohne Einschränkungen verfügbar sind: Einige Werkzeuge und Dienste sind an Abos oder ein begrenztes Kontingent geknüpft.

Was du mit der App bearbeiten kannst

Im Zentrum steht eine mehrspurige Timeline, auf der du Video, Text, Musik und Effekte miteinander kombinierst. So kannst du beispielsweise einen Clip mit Texteinblendungen versehen, eine Tonspur ergänzen und mehrere Bildelemente übereinanderlegen. Außerdem lassen sich Aufnahmen schneiden und ihr Tempo anpassen.

Fertige Videos kannst du mit einer Auflösung von bis zu 4K exportieren. Für die Veröffentlichung in sozialen Netzwerken gibt es eine direkte Weitergabe an TikTok, Instagram und YouTube Shorts. Die App ist besonders auf kurze, hochkantige Videos ausgerichtet, doch auch Material im Breitbildformat lässt sich bearbeiten.

Damit richtet sich Premiere für Android an unterschiedliche Situationen: Du kannst einen Clip unterwegs für Social Media fertigstellen oder Material auf dem Smartphone vorbereiten. Für umfangreiche Projekte ist außerdem wichtig, welche Funktionen sich mit einem Desktop-Workflow verbinden lassen – und welche Abos dafür nötig sind.

Firefly-Werkzeuge und Generative Credits

Wie in der iOS-Version sind auch in der Android-App Funktionen von Adobe Firefly integriert. Dazu zählen eine automatische Sound-Generierung, die Reduzierung von Hintergrundgeräuschen und die Möglichkeit, aus einem Bild ein Video zu erzeugen. Solche Werkzeuge können bei der Gestaltung helfen, ersetzen aber nicht die manuelle Bearbeitung: Das Ergebnis solltest du prüfen und bei Bedarf an dein Projekt anpassen.

Die verfügbaren KI-Funktionen sind in der kostenlosen Nutzung begrenzt. Für Generierungen steht dir nur eine bestimmte Anzahl pro Tag zur Verfügung. Auch hier verwendet Adobe Generative Credits, wie im übrigen Adobe-System. Das bedeutet: KI-Aktionen werden über ein Guthaben abgerechnet, dessen Umfang vom jeweiligen Angebot abhängt.

Mit einem Pro-Abo für rund 80 Euro pro Jahr oder 9 Euro pro Monat erhält dein Konto laut den genannten Konditionen 1.200 Credits pro Monat. Wenn du Firefly-Funktionen häufig nutzt, solltest du daher nicht nur auf den Preis des Abos achten, sondern auch darauf, wie viele Generierungen du tatsächlich benötigst.

Was ein zusätzliches Abo kostet

Nicht alle Funktionen, die für einen durchgängigen Arbeitsablauf wichtig sind, gehören zur kostenlosen Nutzung. Dazu zählt die Cloud-Synchronisation: Wenn du Inhalte zwischen deinem Smartphone und einem Desktop-Gerät abgleichen möchtest, benötigst du ein kostenpflichtiges Cloud-Abo.

Auch für die Bearbeitung am Desktop ist ein Abo erforderlich, das die mobile und die Desktop-Anwendung miteinander verbindet. Dieses Modell kostet rund 26 Euro. Damit solltest du vorab klären, ob du Premiere nur auf dem Smartphone verwenden möchtest oder ob du deine Projekte später am Computer weiterbearbeiten willst.

Für einen einfachen Schnitt auf dem Handy kann der kostenlose Funktionsumfang ausreichen. Sobald du Dateien geräteübergreifend synchronisieren oder regelmäßig am Desktop arbeiten möchtest, kommen jedoch zusätzliche Kosten hinzu. Die mobile App ist deshalb nicht automatisch ein kostenloser Ersatz für einen vollständigen Desktop-Workflow.

Geplante Erweiterungen

Adobe plant weitere Funktionen für die App. Dazu gehören Adobe Fonts, verbesserte Untertitel und Keyframes. Außerdem soll es künftig möglich sein, die Bearbeitung in Premiere auf dem Desktop fortzusetzen.

Bis diese Erweiterungen verfügbar sind, ist die Android-Version vor allem für mobile Projekte interessant: Du schneidest Clips, ergänzt Ton und Effekte und exportierst sie direkt vom Smartphone. Für längere Arbeiten oder einen Wechsel zwischen Mobilgerät und Computer solltest du dagegen die Abo- und Cloud-Bedingungen in deine Entscheidung einbeziehen.

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Von Stefan Petri
Stefan Petri betreibt zusammen mit seinem Bruder Matthias das beliebte Fachforum PSD-Tutorials.de sowie die E-Learning-Plattform TutKit.com, die in der Aus- und Fortbildung digitaler beruflicher Kompetenzen einen Schwerpunkt setzt. 

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