Die Wahl der richtigen Gewerbeform ist ein entscheidender Schritt für dein Business. Vielleicht hast du bereits über das Einzelunternehmen oder die UG nachgedacht, aber wusstest du, dass es noch zahlreiche andere Optionen gibt? In diesem Leitfaden erfährst du alles über die verschiedenen Gewerbeformen in Deutschland, was sie auszeichnet und welche am besten zu deiner individuellen Situation passt.
Wichtigste Erkenntnisse
Es gibt verschiedene Gewerbeformen in Deutschland, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen.
- Einzelunternehmen: Einfache Anmeldung und besser für Anfänger geeignet.
- GbR: Optimal, wenn du mit anderen gründen möchtest, jedoch unbeschränkte Haftung.
- OHG: Ähnlich wie die GbR, aber zwingend ins Handelsregister einzutragen.
- KG: Bietet unterschiedliche Rollen für Gesellschafter, wodurch Haftung und Verantwortung geregelt werden können.
- GmbH: Beliebteste Gesellschaftsform, bietet Haftungsbeschränkung und eine Mindesteinlage von 25.000 €.
- UG: Mini-GmbH, ermöglicht Gründung mit nur 1 € Kapital.
- AG: Komplexeste Form, ideal für große Unternehmen, erfordert 50.000 € als Mindesteinlage.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Einzelunternehmen
Das Einzelunternehmen stellt die einfachste Gewerbeform dar. Du musst allerdings beachten, dass du als Einzelunternehmer mit deinem gesamten Privatvermögen haftest. Die Gründung ist unkompliziert: Es genügt eine Anmeldung beim Gewerbeamt.

Die Vorteile sind vor allem die einfache Handhabung und die niedrigeren Kosten. Du kannst schnell auf Marktentwicklungen reagieren, indem du bei Bedarf dein Unternehmen wieder abmeldest. Diese Form eignet sich besonders gut für Quereinsteiger.
2. Eingetragener Kaufmann
Der eingetragene Kaufmann (e.K.) ist eine Erweiterung des Einzelunternehmens. Du musst dich in das Handelsregister eintragen lassen, was eine gewisse Formalität und zusätzliche Kosten mit sich bringt.
Die Haftung bleibt hierbei unbeschränkt, was bedeutet, dass du auch mit deinem Privatvermögen haftest. Dies ist besonders für Handwerksbetriebe wichtig.
3. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Wenn du mit Freunden oder Geschäftspartnern gründen möchtest, bietet sich die GbR an. Hier brauchst du kein Mindestkapital, und die Gründungskosten sind niedrig.
Allerdings haften alle Gesellschafter unbeschränkt. Das bedeutet, dass jeder für die Verbindlichkeiten des Unternehmens auch mit seinem eigenen Vermögen haftet.
4. Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Die OHG ist ähnlich der GbR, bringt jedoch den Vorteil mit sich, dass du dich ins Handelsregister eintragen lassen musst.
Dadurch erhält das Unternehmen eine größere Seriösität. Auch hier gilt die unbeschränkte Haftung, was für viele Gründer ein Risiko darstellt.
5. Kommanditgesellschaft (KG)
Die KG bietet eine besondere Struktur: Du kannst sowohl Komplementär als auch Kommanditist sein. Während der Komplementär unbeschränkt haftet, haftet der Kommanditist nur bis zu seiner Einlage.
Das erleichtert es dir, unterschiedliche Rollen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen zu definieren.
6. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Die GmbH ist eine der beliebtesten Gewerbeformen in Deutschland. Sie schützt das private Vermögen und verlangt eine Mindesteinlage von 25.000 €, wobei 12.500 € sofort einbezahlt werden müssen.
Die Gründung ist komplizierter und kostenintensiver, denn du benötigst einen Notartermin und einen Gesellschaftervertrag.
7. Unternehmergesellschaft (UG)
Die UG ist eine Mini-GmbH, die mit nur 1 € gegründet werden kann. Dies ist ideal für Gründer, die wenig Kapital investieren möchten und dennoch von der Haftungsbeschränkung einer GmbH profitieren wollen.
Die UG hat ähnliche Voraussetzungen wie die GmbH, erfordert jedoch einen höheren Gründungsaufwand für die Eintragung ins Handelsregister.
8. Aktiengesellschaft (AG)
Es gibt die AG, die für große Unternehmungen gedacht ist und eine Mindesteinlage von 50.000 € erfordert.
Die Gründungskosten und der -aufwand sind sehr hoch, wodurch diese Form für dein Online-Business oft überdimensioniert sein kann.
9. Ltd.
Die britische Limited ist eine weitere Möglichkeit, die sich insbesondere im Ausland etabliert hat. Sie hat den Vorteil der Haftungsbeschränkung, bietet jedoch bei der Gründung weniger rechtliche Sicherheit in Deutschland.
Hier benötigst du in der Regel kein Mindestkapital, was sie attraktiv macht, aber dennoch sollte man sich der rechtlichen Herausforderungen bewusst sein.
Zusammenfassung - Gewerbeformen in Deutschland - Ein umfassender Überblick für dein Online-Business
Dieser Leitfaden hat dir die verschiedenen Gewerbeformen in Deutschland nähergebracht. Von der einfachen Anmeldung als Einzelunternehmer bis zur komplexen Aktiengesellschaft hast du nun einen Überblick über die Vor- und Nachteile jeder Form. Wähle die Option, die am besten zu deiner Risikobereitschaft und deinem geschäftlichen Vorhaben passt.
FAQ
Was ist das Beste für Anfänger?Das Einzelunternehmen ist am einfachsten zu gründen und ideal für Einsteiger.
Wie viele Gesellschafter benötigt man für eine GbR?Mindestens zwei Gesellschafter sind notwendig, um eine GbR zu gründen.
Was ist die Haftung bei einer GmbH?Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, dein persönliches Vermögen bleibt geschützt.
Wie viel Kapital benötige ich für eine GmbH?Eine GmbH benötigt ein Mindestkapital von 25.000 €, wovon 12.500 € bei Gründung eingezahlt werden müssen.
Was sind die Vorteile einer UG?Die UG erlaubt eine Gründung mit nur 1 € und bietet dennoch eine Haftungsbeschränkung.