Aus dem Photoshop und Alternativen-Vergleich
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MAL Digital malen COMP Bildmontage & Composing
Einsatzgebiete
Digitales Malen und Zeichnen mit Grafiktablett: Illustrationen, Concept Art, Comics, Matte Painting, Texturen und 2D-Animation. Dazu Bildmontagen, die du mit Filterebenen und Masken nicht-destruktiv aufbaust oder übermalst. Für Druckdaten kannst du in CMYK arbeiten, für HDR-Bilder stehen 16 und 32 Bit Fließkomma bereit.
Unsere Einschätzung
Krita eignet sich für dich, wenn du digital malst und dafür kein Abo willst: Pinsel-Engines, Ebenen, Filtermasken, CMYK und hohe Farbtiefen sind kostenlos dabei. Für klassische Fotoretusche fehlen ein automatisches Reparaturwerkzeug und KI-Freisteller, und der PSD-Austausch klappt nur eingeschränkt.
Krita ist laut Hersteller ein spezialisiertes Malprogramm. Die Krita-Dokumentation nennt als ausdrücklich unterstützte Bereiche Illustrationen, Concept Art, Matte Painting, Texturen, Comics und Animationen. Darauf ist die ganze Oberfläche ausgerichtet.
Grafiktabletts mit Drucksensitivität unterstützt Krita laut Hersteller, sofern dein Betriebssystem das Tablet kennt und es richtig eingerichtet ist. Unter Windows nutzt Krita entweder die WinTab-Treiber des Tabletts oder Windows Ink. Photoshop-Pinsel im ABR-Format kannst du laden, allerdings nur mit ihren Grundfunktionen.
Krita arbeitet mit Ebenen: Neben Malebenen gibt es Vektor-, Filter-, Gruppen-, Datei-, Klon- und Füllebenen. Dazu kommen Transparenzmasken, mit denen du Teile einer Ebene ausblendest, sowie Filtermasken, Transformationsmasken und Auswahlmasken. Filtermasken und Filterebenen wirken laut Dokumentation wie Einstellungsebenen und legen Filter nicht-destruktiv über eine Ebene oder über das ganze Bild. Transformationsmasken verändern Ebenen, ohne die Pixel dauerhaft umzurechnen. Datei- und Klonebenen übernehmen Aufgaben, für die Photoshop Smartobjekte nutzt.
Für Composings und Matte Paintings reicht das gut aus. Bei der klassischen Fotoretusche zeigt Krita Grenzen:
Aus unserer Sicht eignet sich Krita deshalb für Montagen und Bildideen, die du ohnehin übermalst, weniger für die Porträt- und Produktretusche in großer Stückzahl.
Krita speichert im eigenen Format KRA. PSD-Dateien kannst du öffnen und wieder als PSD speichern. Laut Dokumentation übernimmt Krita dabei Rasterebenen, Mischmodi, Ebenenstile, Vektorformen, Textebenen, Gruppen und Transparenzmasken, seit Version 5.3 auch Formen, Vektormasken und Hilfslinien. Text aus PSD-Dateien lädt Krita auf Nachfrage als bearbeitbaren Text; beim Speichern von Text als PSD gibt es Einschränkungen. Weil PSD nicht offen dokumentiert ist, raten die Krita-Entwickler, für den Austausch nach Möglichkeit andere Formate wie TIFF oder OpenRaster zu nutzen.
Weitere Formate, die Krita öffnet: TIFF, auch mit Ebenen im Photoshop-Stil, PNG, JPEG, WebP, HEIC und AVIF, SVG, PDF mit mehreren Ebenen sowie Kamera-RAW über einen eigenen Importfilter. Einen PDF-Export bietet Krita nicht. Den Importfilter für GIMP-Dateien im XCF-Format hat das Projekt mit Version 5.3.4 entfernt.
Bei den Farbräumen stehen RGB, Graustufen, CMYK, YCrCb, XYZ und Lab zur Wahl, mit 8 oder 16 Bit Integer sowie 16 und 32 Bit Fließkomma. Farbmanagement läuft über ICC-Profile, für HDR-Bilder nutzt Krita OpenColorIO und OpenEXR. CMYK kannst du direkt bearbeiten. Die Dokumentation empfiehlt dennoch, in einem RGB-Arbeitsfarbraum zu malen und erst am Ende in das CMYK-Profil der Druckerei umzuwandeln oder die Umwandlung der Druckerei zu überlassen.
Krita bringt keine eingebauten KI-Bildfunktionen mit: Generatives Füllen, KI-Freisteller oder KI-Hochskalierung findest du im Funktionsumfang nicht. Das Projekt hat ein experimentelles Plugin namens Fast Sketch Cleanup veröffentlicht, das Skizzen mithilfe neuronaler Netze automatisch in saubere Linien umwandeln soll. Laut den Ankündigungen des Projekts aus den Jahren 2024 und 2025 ist es ein separater Download. Das Modell hat das Team selbst trainiert, und zwar mit Bildern, die Menschen ausdrücklich für diesen Zweck gespendet haben. Das Plugin rechnet lokal auf deinem Rechner, ohne Internetverbindung, ohne Server und ohne Konto.
Für Krita selbst gilt die Datenschutzerklärung der KDE-Community, zu der Krita gehört: KDE-Programme übertragen grundsätzlich keine Daten von deinem Gerät, außer du löst das ausdrücklich aus. Der Nachrichtenbereich auf dem Startbildschirm, der Neuigkeiten von der Krita-Website lädt, ist standardmäßig ausgeschaltet. Was du mit Krita erstellst, gehört laut FAQ allein dir. Aus unserer Sicht spricht damit nichts dafür, dass deine Bilder in ein KI-Training gelangen.
Krita läuft unter Windows, macOS und Linux. Für Linux gibt es ein AppImage sowie von der Community gepflegte Flatpak- und Snap-Pakete. Die Android-Version im Google Play Store gilt laut Hersteller weiterhin als Beta und ist nur für Tablets gedacht; laut einer Ankündigung aus dem Jahr 2024 läuft sie auch unter ChromeOS. iPad und iPhone unterstützt Krita nicht.
Derzeit gibt es zwei Versionslinien: Krita 5.3 und Krita 6.0, die Umstellung auf Qt6. Bis auf die Wayland-Unterstützung unter Linux haben beide laut Hersteller den gleichen Funktionsumfang. Für produktive Arbeit empfiehlt das Projekt Version 5.3; Krita 6 gilt auf allen Plattformen noch als Vorabversion und ist für Android noch nicht verfügbar.
Krita ist freie Software unter der GNU GPL v3. Du darfst es kostenlos nutzen, untersuchen, verändern und weitergeben, auch für kommerzielle Arbeiten. Bei der Version von der Krita-Website lädst du neue Versionen selbst herunter. Alternativ gibt es kostenpflichtige Versionen über Steam, den Microsoft Store, den Epic Games Store und den Mac App Store. Diese Versionen sind laut Hersteller funktional identisch, bekommen aber automatische Updates, und der Erlös unterstützt die Entwicklung.
Krita eignet sich für dich, wenn du digital malst, zeichnest, Comics oder Concept Art erstellst und dafür ein kostenloses Programm ohne Abo suchst. Mit Filterebenen, Masken, Farbtiefen bis 32 Bit Fließkomma und CMYK bringt es viel Technik mit. Auch Matte Paintings und Bildmontagen, die du übermalst, lassen sich gut umsetzen.
Wenn du vor allem Porträts und Produktfotos retuschierst, eignet sich Krita aus unserer Sicht weniger: Es fehlen ein automatisches Reparaturwerkzeug, KI-Freisteller und ein Teil der gewohnten Farbkorrekturen. Tauschst du regelmäßig PSD-Dateien mit Kunden aus, solltest du die Einschränkungen beim PSD-Format kennen. Für schnelle Social-Media-Grafiken eignen sich Programme mit Designvorlagen und Ein-Klick-Werkzeugen aus unserer Sicht besser.
Einschätzung der Redaktion
Für Einsteiger bedingt geeignet
Malen und Zeichnen lernen, ohne Geld auszugeben
Krita ist kostenlos und hat eine deutsche Oberfläche. Für schnelle Fotokorrekturen ist es aus unserer Sicht aber weniger geeignet: Die Oberfläche ist auf Malen ausgelegt, automatische KI-Hilfen fehlen.
Für Fotografen weniger geeignet
Porträts und Produktfotos retuschieren
Krita versteht sich laut Hersteller als Malprogramm. Ein automatisches Reparaturwerkzeug fehlt, Farbkorrekturen sind begrenzt, KI-Freisteller gibt es nicht. 16 Bit, Masken und ein RAW-Import sind zwar vorhanden, für die Retusche eignen sich andere Programme im Vergleich aus unserer Sicht besser.
Für Designer und Agenturen bedingt geeignet
Illustrationen, Matte Paintings und Druckmotive erstellen
Filterebenen, Masken, CMYK und bis zu 32 Bit sind dabei. Den PSD-Austausch beschreibt der Hersteller selbst als eingeschränkt; Einstellungsebenen und Smartobjekte aus Photoshop-Dateien solltest du vorher prüfen. Für Illustrationen in Agenturen eignet sich Krita gut.
Für Social Media und Marketing bedingt geeignet
Illustrierte Posts und Grafiken gestalten
Text- und Vektorwerkzeuge sind vorhanden, Designvorlagen für Posts und KI-Freisteller aus unserer Sicht nicht. Für gemalte Motive eignet sich Krita, für schnelle Werbegrafiken eher andere Programme.
Ohne Abo gut geeignet
Dauerhaft kostenlos malen und gestalten
Krita ist freie Software ohne Abo und ohne Lizenzkosten. Alle neuen Versionen sind kostenlos. Wer die Entwicklung unterstützen und automatische Updates will, kauft die Store-Version einmalig.
Krita ist im Vergleich das Programm, das sich ausdrücklich aufs Malen konzentriert. Pinsel-Engines, Stabilisatoren, Animation und Grafiktablett-Unterstützung zielen auf Illustration, Comics und Concept Art. Technisch steckt viel mehr dahinter, als man bei einer kostenlosen Software erwartet: Filterebenen und Filtermasken arbeiten wie Einstellungsebenen, Transformationsmasken ersetzen einen Teil der Smartobjekte, und CMYK sowie 16 und 32 Bit Fließkomma sind eingebaut. Als Fotoretusche-Programm sieht sich Krita selbst nicht: Ein automatisches Reparaturwerkzeug fehlt, KI-Funktionen gibt es nicht, und PSD-Dateien übernimmt Krita nur mit Einschränkungen. Wenn du malst, zeichnest oder Montagen übermalst und dafür nichts bezahlen willst, eignet sich Krita aus unserer Sicht sehr gut. Für Porträtretusche, schnelle Freisteller und Social-Media-Grafiken greifst du besser zu einem anderen Programm aus diesem Vergleich.
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