Aus dem Photoshop und Alternativen-Vergleich
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RET Retusche & Freistellen COMP Bildmontage & Composing
Einsatzgebiete
Fotos retuschieren und reparieren, Motive freistellen und Bildmontagen mit Ebenen, Masken und verknüpften Ebenen aufbauen. Dazu Grafiken mit Text- und Vektorebenen, digitales Malen, Formatumwandlungen und automatisierte Abläufe mit Skripten in Python oder Script-Fu. RAW-Fotos entwickelst du vorab in darktable, RawTherapee oder ART und bearbeitest sie dann in GIMP weiter.
Unsere Einschätzung
GIMP eignet sich für alle, die ohne Abo und dauerhaft kostenlos ernsthaft Bilder bearbeiten wollen. Seit Version 3 bleiben Filter nachträglich änderbar, echte Einstellungsebenen und ein CMYK-Arbeitsmodus fehlen aber weiterhin. Für den PSD-Austausch mit Agenturen und für KI-Werkzeuge ist GIMP aus unserer Sicht nur bedingt geeignet.
Für die Retusche bringt GIMP die klassischen Werkzeuge mit: Klonen, perspektivisches Klonen und das Heilen-Werkzeug, mit dem du kleine Fehler und Flecken entfernst. Motive löst du mit der Vordergrundauswahl, mit Pfaden oder den übrigen Auswahlwerkzeugen vom Hintergrund und verfeinerst die Kante anschließend in einer Ebenenmaske.
Seit GIMP 3.0 bleiben Filter nicht-destruktiv. Du kannst sie später erneut bearbeiten, ein- und ausschalten, einzeln löschen oder bewusst fest auf die Ebene anwenden. Neben Ebenen und Ebenengruppen nehmen seit GIMP 3.2 auch Kanäle nicht-destruktive Filter auf. Außerdem wählst du mehrere Ebenen, Kanäle und Pfade gleichzeitig aus, statt sie wie früher über Verkettungssymbole zu verbinden.
Für Bildmontagen sind drei Ebenentypen wichtig:
Echte Einstellungsebenen gibt es dagegen nicht. Als Umweg setzt du eine leere Ebenengruppe auf den Modus „Pass through“ und legst Filter wie Kurven oder Tonwerte darauf – sie wirken dann auf alle Ebenen darunter. Willst du auf einer nicht-destruktiven Ebene malen, musst du sie vorher rastern. Auch Transformationen arbeiten noch destruktiv; eine weniger destruktive Lösung steht laut Roadmap auf der Liste.
Das eigene Format XCF speichert alle Informationen eines Bildes, darunter Ebenen und Transparenz, und eignet sich für Zwischenstände. Andere Programme können XCF meist nicht lesen, deshalb exportierst du fertige Bilder in das passende Format. Laut Entwicklerseite unterstützt GIMP unter anderem PNG, JPEG, TIFF, WebP, HEIC, AVIF und PDF beim Import und Export, SVG nur beim Import.
PSD-Dateien öffnet und exportiert GIMP mit Ebenen. GIMP 3.0 hat die Kompatibilität beim Import und Export verbessert, GIMP 3.2 importiert zusätzlich Ebenenstile wie Schlagschatten, Schatten nach innen und Schein nach außen. Der Import von Einstellungsebenen und Ebeneneffekten sowie der Export von Ebeneneffekten sind laut Roadmap für GIMP 3.4 in Arbeit. Beim Export lassen sich nicht alle Füllmethoden exakt übertragen. Für einen engen PSD-Austausch mit Kunden solltest du deshalb Stichproben einplanen.
Bei der Farbtiefe wählst du zwischen 8, 16 und 32 Bit je Kanal, als Ganzzahl oder bei 16 und 32 Bit auch als Gleitkomma. GIMP 3 arbeitet zudem besser mit RGB-Farbräumen jenseits von sRGB.
Für den Druck gibt es einen Softproof über ein CMYK-Profil, den du direkt in der Statusleiste umschaltest, einen CMYK-Farbwähler mit Anzeige des Gesamtfarbauftrags und den CMYK-Export als JPEG, TIFF, PSD und JPEG XL. Einen CMYK-Arbeitsmodus hat GIMP nicht; laut FAQ gibt es dafür keinen Zeitplan.
RAW-Fotos entwickelt GIMP nicht selbst. Es reicht sie an darktable, RawTherapee oder seit GIMP 3.2 an ART weiter, die du zusätzlich installierst, und übernimmt das Ergebnis zur weiteren Bearbeitung.
Eingebaute KI-Werkzeuge wie generatives Füllen, KI-Freisteller oder KI-Hochskalieren führen die Versionshinweise zu GIMP 3.0 und 3.2 nicht auf. In der Ankündigung zu GIMP 3.2.6 heißt es sogar, Mitwirkende seien willkommen, solange sie keine generative KI in ihren Werkzeugen nutzen. Wer KI in GIMP einsetzen will, greift zu Erweiterungen anderer Anbieter: Canonical hat für das Snap-Paket von GIMP 3.0 Plugins auf Basis von Intels OpenVINO vorgestellt, etwa zum Hochskalieren, zur Bildsegmentierung und zur Bilderzeugung per Textprompt.
Beim Datenschutz ist GIMP zurückhaltend. Laut Datenschutzerklärung sammelt, überträgt oder nutzt GIMP keine personenbezogenen Daten, und das Programm enthält weder Werbung noch Tracker. Verbindungen ins Internet nennt die Erklärung nur für das Online-Handbuch, für Dateien, die du selbst auf entfernten Speicherorten öffnest oder speicherst, und für die Update-Prüfung. Diese fragt höchstens einmal pro Woche eine statische Datei ab und ist in den Einstellungen eine Option. Deine Bilder bleiben also auf deinem Rechner, und es gibt keine Cloud-Funktion, über die sie in ein KI-Training gelangen könnten. Beziehst du GIMP über den Microsoft Store, Flathub oder den Snap Store, gelten zusätzlich die Bedingungen dieser Dienste.
GIMP läuft unter Windows, macOS und Linux. Offizielle Pakete gibt es als Windows-Installer und im Microsoft Store (jeweils für x86 und ARM, 64 Bit), als DMG für Macs mit Intel- und Apple-Prozessor sowie für Linux als AppImage, Flatpak und Snap. Windows 10 wird nur noch mit dem Installer unterstützt, die Store-Version setzt einen neueren Windows-Build voraus. Eine App für iPad oder Android gibt es nicht; das Team konzentriert sich laut FAQ auf den Desktop.
GIMP steht unter der GNU General Public License v3 oder neuer. Du darfst das Programm für jeden Zweck nutzen, auch kommerziell, es weitergeben und den Quelltext ändern. Alle offiziellen Pakete sind kostenlos. Das Projekt bittet um Spenden, um die Entwicklung zu finanzieren.
Die aktuelle stabile Version ist GIMP 3.2.6 vom September 2026. Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates erscheinen als Unterversionen der Reihe 3.2, die Entwicklung läuft bereits in Richtung GIMP 3.4. Die Oberfläche gibt es in mehr als 80 Sprachen, darunter Deutsch. GIMP übernimmt die Systemsprache, du kannst sie aber in den Einstellungen unter „Oberfläche“ ändern.
Einsteiger bekommen ein vollwertiges Programm ohne Kosten und mit deutscher Oberfläche. Die Bedienung folgt eigenen Konzepten und nicht dem Vorbild Photoshop; geführte Assistenten oder Ein-Klick-Korrekturen per KI nennt der Hersteller nicht. Du brauchst also etwas Einarbeitung, kannst dafür aber ohne Zeitdruck und ohne laufende Kosten lernen.
Fotografen finden präzise Retusche-Werkzeuge, 16 und 32 Bit je Kanal und eine Anbindung an darktable, RawTherapee und ART. Wer viele Fotos mit Einstellungsebenen und KI-Masken bearbeitet, kommt aus unserer Sicht mit anderen Programmen schneller ans Ziel.
Designer und Agenturen stoßen beim PSD-Austausch und in der Druckvorstufe an Grenzen: Es gibt keinen CMYK-Modus, und Einstellungsebenen und Effekte kommen beim PSD-Import nur teilweise an. Für eigene Composings, Texturen und Web-Grafiken eignet sich GIMP dagegen gut.
Für Social Media helfen Text- und Vektorebenen bei eigenen Grafiken. Vorlagen und Ein-Klick-Freisteller wie in spezialisierten Online-Tools nennt der Hersteller nicht.
Ohne Abo ist GIMP aus unserer Sicht eine naheliegende Option: keine laufenden Kosten, alle Updates kostenlos und keine KI-Credits.
Einschätzung der Redaktion
Für Einsteiger bedingt geeignet
Fotos ohne Kosten verbessern und Bildbearbeitung von Grund auf lernen
Kostenlos und mit deutscher Oberfläche. Die Bedienung folgt eigenen Konzepten, geführte Assistenten und KI-Korrekturen nennt der Hersteller nicht; du brauchst etwas Einarbeitung.
Für Fotografen bedingt geeignet
Porträts und Produktfotos retuschieren, freistellen und in hoher Farbtiefe bearbeiten
Heilen, Klonen, Ebenenmasken, nicht-destruktive Filter und bis zu 32 Bit je Kanal sind vorhanden, RAW läuft über darktable, RawTherapee oder ART. Echte Einstellungsebenen und KI-Masken fehlen.
Für Designer und Agenturen bedingt geeignet
Eigene Composings, Texturen und Web-Grafiken ohne Lizenzkosten erstellen
Ebenen, verknüpfte Ebenen und Vektorebenen helfen beim Composing. Für den Austausch mit Kunden und die Druckvorstufe fehlen ein CMYK-Modus und ein vollständiger PSD-Import von Einstellungsebenen und Effekten.
Für Social Media und Marketing bedingt geeignet
Eigene Grafiken und Posts mit Text- und Vektorebenen gestalten
Text- und Vektorebenen sind vorhanden. Vorlagen und schnelle KI-Freisteller nennt der Hersteller nicht, deshalb dauern Posts aus unserer Sicht länger als in spezialisierten Tools.
Ohne Abo gut geeignet
Dauerhaft kostenlos arbeiten, ohne Abo und ohne KI-Credits
Alle offiziellen Pakete sind kostenlos, neue Versionen eingeschlossen. Die GPL v3 erlaubt die Nutzung für jeden Zweck, auch kommerziell. Es gibt keine Credits und keine Cloud-Pflicht.
GIMP ist ein ausgereiftes, kostenloses Bildbearbeitungsprogramm, das unter der GPL v3 steht und unter Windows, macOS und Linux läuft. Mit GIMP 3.0 kamen nicht-destruktive Filter, die Auswahl mehrerer Ebenen und eine bessere Farbverwaltung, GIMP 3.2 ergänzte verknüpfte Ebenen, Vektorebenen und mehr PSD-Ebenenstile beim Import. Damit deckt GIMP Retusche, Freistellen und Bildmontagen gut ab, und mit 16 oder 32 Bit je Kanal hast du genug Reserven für anspruchsvolle Fotos. Grenzen zeigen sich im Austausch mit Profis: Einstellungsebenen gibt es nur als Umweg über Ebenengruppen, CMYK nur als Softproof und beim Export, und beim PSD-Import fehlen Einstellungsebenen und Ebeneneffekte teilweise noch. Eingebaute KI-Werkzeuge für generatives Füllen oder automatisches Freistellen nennt der Hersteller nicht. Dafür sendet GIMP laut Datenschutzerklärung keine Daten, und du brauchst kein Abo. Aus unserer Sicht eignet sich GIMP für Einsteiger mit etwas Geduld, für Fotografen und Hobby-Designer ohne Abo und als Zweitprogramm neben Photoshop oder Affinity; für Agenturen mit festem PSD- und Druck-Workflow ist es nur bedingt geeignet.
Photopea
Preismodell: Einmalkauf · kostenlose Version vorhanden
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Pixelmator Pro
Preismodell: Abo (monatlich oder jährlich) · Einmalkauf
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Adobe Photoshop Elements
Preismodell: Einmalkauf
Corel PaintShop Pro
Preismodell: Einmalkauf
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